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Alt 04.06.2016, 14:16   #1 (permalink)
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Unglücklich Scheibenbremse im Rennrad

Ich verstehe die ganze Aufregung um die Disc im Profi-Rennzirkus überhaupt nicht. Sind denn die Fahrer alles Dilettanten? Wieso soll die Scheibenbremsen bei Rennrädern so gefährlich sein, im Mountainbike jedoch problemlos funktionieren. Kein (normaler) Mensch würde bei MTB's die Scheibenbremsen verteufeln bzw. vom Profisport verdammen.


Wenn im Profisport von einer erhöhten Verletzungsgefahr gewarnt wird, dann sind mit Sicherheit auch Klickpedale ebenfalls ein Gefahrenpotential. Man denke nur wenn ein "Profi" sich beim Sturz verhakt und sich das Bein bricht (armer Profisport). Oder man sollte das Profiradrennen ganz verbieten, bei Sprints oder in engen Kurven könnten die Fahrer miteinander kollidieren.


Es ist Schade, dass hier nun eine extreme Verzögerung in die Entwicklung einer Radtechnik vonstattengeht. Für viele engagierte (Freizeit-)Rennradler die sehr gerne Pässe bzw. in bergiger Gegend unterwegs sind, ist die Scheibenbremse mehr als nur Schnickschnack.
urseppl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2016, 14:52   #2 (permalink)
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Tach auch,

vielleicht hast Du auch die Begruendung der UCI fuer die Ruecknahme der temporaeren Zulassung gelesen. Die Verletzungen beim Sturz beim Klassiker Paris - Roubaix waren nicht unerheblich und resultierten von den Scheibenbremsen. Man kann sich unschwer ausmalen, wie sowas bei ´nem Massensturzaussieht.
Momentan bieten Scheibenbremsen neben einem technisch sicher Vorhandenem Potential keine tatsaechlichen Vorteile gegenueber normalen Felgenbremsen. Die Verzoegerungswerte sind sogar durch die Bank weg geringer. Gerade, wenn in der Gruppe ploetzlich und stark gebremst werden muss, sind Scheibenbremsen eher ein Risiko, da sie nicht in dem Masse wie eine Felgenbremse verzoegernm koennen. Und dann?


Gruss

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Alt 06.06.2016, 15:31   #3 (permalink)
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Standard Woher haben Sie dieses Halbwissen?

Bin erst am Sonntag einen Radmarathon gefahren und bei dem vielen regen war ich der einzige, der sicher gestanden ist während die anderen Karbonfelgenfahrer jede noch so kleine Abfahrt mit anschließender Kurve verflucht haben. Die Sicherheit ist nunmal unglaublich höher durch Bremsen, die IMMER funktionieren. Und wie der Kollege auch richtig feststellt sind Schieben beim Bikesport auch kein Problem.
Und dass die Scheiben schlechter verzögern gehört wirklich in die Ecke Ammenmärchen von Zukunftsverweigerern anstatt in ein Forum.
JuergenFitz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.06.2016, 13:50   #4 (permalink)
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Tach auch,

Zitat:
Zitat von JuergenFitz Beitrag anzeigen
Und dass die Scheiben schlechter verzögern gehört wirklich in die Ecke Ammenmärchen von Zukunftsverweigerern anstatt in ein Forum.
Wenn man mit Carbonfelgen faehrt, sollte man wissen, was man tut! Leute, die dies nicht wissen und / oder nicht bremsen koennen, hab´ ich auch schon zur genuege gesehen.
Fakt ist - und in dem Punkt hast Du recht - dass die Verzoegerungswerte von den an RR verbauten Scheibenbremsen besser als an reinen Carbonfelfen ist (ich spreche hier nicht von Carbonfelgen mit Alubremsflanke!). Fakt ist aber auch, dass die Verzoegerungswerte hinter einer sauber aufgebauten Felgenbremse zurueck bleiben.
Auch der Vergleich mit MTB´s hinkt: MTB´s haben in der Regel kleinere Laufraeder so wie groessere Scheiben und damit fuer die Disc bessere Hebelverhaeltnisse. Es gibt im MTB-Bereich genug Leutz, die mit ´nem Racer mit 26" und 160er Scheiben pürobleme haben, weil sie nicht bremsen koennen. Wie sollen jene dann mit ´nem Renner, 28", 140er/160er Disc bei hoeheren Geschwindigkeiten klar kommen?


Gruss

Yeti
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Alt 12.06.2016, 14:46   #5 (permalink)
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Standard MTB ohne Scheibenbremsen?

Sorry, aber das ist leider falsch. Zu einen fahren MTBer mittlerweile fast durch die Bank mit 29ern, also noch größer als die RR-Reifen und sie kommen trotzdem zu Stehen. Nachdem ich auch MTB fahre weiß ich das ziemlich gut.
Die UCI hat sie dzt noch verboten, weil sie im Peloton zu Problemen führt, aber nicht, weil die Dinger nicht bremsen.
Was aber dazukommt: gerade bei langen Abfahrten bleibt die Felge, egal welches Material, immer kühl und dadurch stabil. Bei den langen Pässen in den Alpen gab es immer wieder hitzebedingte Schlauchprobleme, weiche Felgen usw. Immerhin wird so eine Felge so heiß, dass man sich eine Zigarette dran anzünden kann (die Scheibe auch). Solange man nicht im Profipeloton mitrollt, ist zumindest mir der Sicherheitsaspekt wichtiger als die Schnittverletzung der Windschattensauger.
JuergenFitz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.06.2016, 15:22   #6 (permalink)
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Tach auch,

Zitat:
Zitat von JuergenFitz Beitrag anzeigen
Die UCI hat sie dzt noch verboten, weil sie im Peloton zu Problemen führt, aber nicht, weil die Dinger nicht bremsen.
Und das entscheidende Problem sind die unterschiedlichen Verzoegerungen zwischen Disc und Felgenbremse! Genau das ist der Punkt und auch der Kritikpunkt der Fahrergewerkschaft.


Zitat:
Zitat von JuergenFitz Beitrag anzeigen
Was aber dazukommt: gerade bei langen Abfahrten bleibt die Felge, egal welches Material, immer kühl und dadurch stabil. Bei den langen Pässen in den Alpen gab es immer wieder hitzebedingte Schlauchprobleme, weiche Felgen usw. Immerhin wird so eine Felge so heiß, dass man sich eine Zigarette dran anzünden kann (die Scheibe auch).
Wer auf Abfahrten thermische Probleme mit Felgenbremsen hat, segelt aber auch bei Scheibenbremsen zumindest hauchduenn unter selbigen, die sich dann in Form von Fading bemerkbar machen.

Es ist jedem selbst ueberlassen, womit er bremst. Aber technisch sehe ich trotz der Erfahrungen aus dem MTB - Bereich noch einiges an Verbesserungspotential bei den RR-Scheiben.
Was spricht - wenn man schon aus kosmetischen Gruenden kleine Scheiben verbaut - gegen eine Doppelscheibenbremse?



Gruss

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Alt 14.06.2016, 11:46   #7 (permalink)
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Tach auch,

nur um meine Aussage zu praezisieren mal ein paar Messweerte, die - wen es interessiert - aus der Roadbike 10/2015 stammen. Es ergaben sich folgende Verzoegerungswerte Trocken / nass:
Felgenbremse
Shimano Ultegra 6800

Alu: 611 N / 488 N
Carbon 580 N / 487 N

Disc
Shimano BR-R517
448 N/ 366 N

Shimano BR-R785 / 140
375 N / 358 N

Shimano BR-R785 / 160
572 N / 443 N

SRAM Force
358 N / 301 N

SRAM Red
364 N / 304 N

SRAM Rival
350 N / 308 N

TRP HY/RD

495 N / 319 N

Kurz:
Gute Scheibenbremsen koennen mit Felgenbremsen und Carbonfelgen konkurieren, nicht aber mit Felgenbremsen / Alufelgen. Im Alltag verzoegern sie sicher ausreichend, ihr Potential ist aber in Ausnahmesituationen steigerungsfaehig. Und genau hier zeichnet sich eine gute Bremse aus, naemlich dass sie auch dann sicher den Anker wirft! Sicher kann man darueber streiten, ob es sinnvoll ist, mit 90 km/h ´n Alpenpass runterzudonnern. Wenn man aber abgedraengt wird oder ein Auto die Tuere aufreisst sucht man sich diese Situation vorher nicht aus.

Zitat:
Zitat von JuergenFitz
Sorry, aber das ist leider falsch. Zu einen fahren MTBer mittlerweile fast durch die Bank mit 29ern, also noch größer als die RR-Reifen und sie kommen trotzdem zu Stehen.
Das ist richrig, aber es sind auch durch die bank weg groessere Scheiben verbaut. Wir reden bei RR von 160/140er Kombis und nicht von 180/160er - Rotoren. Wie gross die Verzoegerungsunterschiede zwischen den Rotorendurchmessern sind, kannst Du aus der BR-R785er herleiten.


Gruss

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Alt 19.07.2016, 12:15   #8 (permalink)
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Moin,

ich finde es einen Anachronismus, dass heutzutage immer noch auf tragenden Teilen (der Felge als solches) rumgebremst und verschlissen wird.

Das hat etwas von Trommelbremse an einem Sportwagen.

Bei Profi-Sportlern, die alle naselang neues Material bekommen mag das ein anderes Thema sein. Dort kann ich mir nur schwer vorstellen, dass eine Felge auf Grund Laufleistung durchgebremst wird.

Thema Verschleiß an tragenden Teilen:
Mir ist sowas im MTB Bereich schon passiert, weil keine Verschleissmarke in der Felge war, die mir gezeigt hätte, das da das Ende erreicht ist. Das ist echt doof, wenn einem bergab die Felgenflanke weg platzt, der Schlauch sich raus presst und an vorstehenden Teilen verheddert.

Ein anderer Aspekt: schöne (und auch kostspielige) Felgen mit irgendwelchen Gummis und Dreck zerkratzen? Geht gar nicht...

Meine Erfahrung mit Scheibenbremsen sind durchweg positiv, aus meiner Sicht in (fast) allen Belangen der Felgenbremse überlegen.
Abstriche gibt es bei der thermischen Belastung, Fading, macht gar keinen Spaß und läßt sich auch nicht immer durch "richtiges" Bremsen vermeiden. (da helfen nur entsprechende Systeme mit Ausgleichbehälter etc., wobei hier wahrscheinlich sofort ein Gewichtsproblem gesehen wird).
Meiner Meinung nach kann (ich) Gewicht effektiver an mir einsparen (diverse Kilo) da fange ich nicht an wegen einigen Gramm rum zu Hühnern (gerade wenn es zügig werden kann und ich sicher zum stehen kommen möchte).


Was mich allerdings irritiert sind die geringen Größen, mit denen hier RR (noch) agiert wird 160er Scheibe habe ich am (MTB)Hinterrad, und da kommt kaum Bremswirkung zustande (das Hinterrad bekommt man immer zum stehen), zum stehen bringe ich mich und das Rad über das Vorderrad.

mfg
M0rdsh0rst ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2017, 19:57   #9 (permalink)
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Soviel ich gehört habe wird im Profi Peloton nach Gehör gefahren. Das bedeutet, dass man in den Vorausfahrenden schon reingefahren ist bevor man überhaupt gemerkt hat das der bremsen musste. Das Bremsen im Peloton muss man sich wie eine Kettenreaktion vorstellen. Die bremsen halt schon wenn zwei drei Reihen weiter vorne, mit Felgenbremsen, gebremst wird. Mit Scheibenbremsen kann ich mir das nicht vorstellen, zumal durch die hohe Bremswirkung jegliche Reaktionszeit flöten geht.
*RB* ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2017, 14:59   #10 (permalink)
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Tach auch,

Zitat:
Zitat von *RB* Beitrag anzeigen
Mit Scheibenbremsen kann ich mir das nicht vorstellen, zumal durch die hohe Bremswirkung jegliche Reaktionszeit flöten geht.
Die Bremskraft liegt etwa auf dem Nievau von reinen Carbonfelgen. So hoch ist die also auch nicht.


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