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Durchs Rohrmoos Tal nach Vorarlberg

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 12. August 2010

Kurzfristig kehrte vergangenen Montag der Sommer zurück ins Allgäu und so gab es endlich  mal wieder Gelegenheit für eine längere Rennradrunde. Über die alte B19 ging es nach Immenstadt und auf Nebenstraßen über Blaichach, Hüttenberg, Ofterschwang und Bolsterlang unterhalb der Hörnerkette bis Obermaiselstein. Kurz nach der Ortsdurchfahrt führt die Strasse durch den sogenannten Hirschsprung, eine kleine aber  imposante Schlucht, die der Sage nach ein Hirsch auf der Flucht vor einem Luchs übersprungen haben soll. Naja, wers glaubt. Zumindest zeigt das Wappen von Obermaiselstein eine springenden Hirsch.

Hirschsprung

Vom Hirschsprung führt übrigens ein Fußweg zur Sturmannshöhle, der einzigen begehbaren Höhle im Allgäu. Ca. 1km nach dem Hirschsprung zweigt in Tiefenbach die Strasse durchs Rohrmoos Tal ab, einer Ost-West-Verbindung von Oberstdorf nach Österreich südlich des Riedbergpasses. Bis Rohrmoos selbst gegen Maut für Kraftfahrzeuge befahrbar führt sie danach als Privatstrasse autofrei und nur von Radfahrern und Wanderern genutzt über den kaum spürbaren Rohrmoossattel (1070m) und die österreichische Grenze nach Vorarlberg. Bei meiner letzten Befahrung vor 2 Jahren gab es vor Sibratsgfäll noch ein kurzes Stück Naturstrasse aber mittlerweile ist das Weglein durchgehend bestens asphaltiert.

Vor Rohrmoos

Nach Sibratsgfäll steigt die Strasse nochmal mäßig steil an und mündet nach einer flotten Abfahrt in die Westauffahrt zum Riedbergpass. Ich fuhr in die andere Richtung nach Hittisau und über Krumbach, Doren hinauf ins österreichische Sulzberg mit einer sehenswerten Panorama-Terrasse. Von dort ging es über Oberreute, Grünenbach am Eistobel vorbei  nach Nellenbruck und über Wengen, Buchenberg zurück nach Hause. Bei Rutzhofen kam mir ein grauhaariger Senior entgegen, der sich serpentinenfahrend den Berg hochquälte und fragte, wie weit es noch nach Oberstaufen ist. Meine (gut geschätzte) Antwort “10 bis 15km aber da gehts immer bergauf  und bergab” nahm er wortlos zur Kenntnis und ich hoffe, dass er noch gut angekommen ist…  4:42h 130km 1.898hm Sportics.net Aktivität

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Allgäu Rundfahrt 2010

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 25. Juli 2010

Wenn der eigene Verein die größte Breitensport-Radveranstaltung im Allgäu ausrichtet, ist es Ehrensache, dabei zu sein. Der heftige Regen der letzten Tage hatte über Nacht aufgehört und so rollte ich um 7 Uhr die 2 Kilometer von zu Hause zum Start und meldete für den Sponsor Ofen Gschwend auf der 175km Strecke, der längsten von 4 angebotenen.

Am Start der Allgäu Rundfahrt 2010

Um 7.30 Uhr, eine halbe Stunde nach der frühesten Startmöglichkeit, sollten die Elite-Amateure des RSC Kempten auf dieser Runde eine Gruppe mit einem 30er Schnitt führen und um nicht gleich am ersten Berg abgehängt zu werden, fuhr ich lieber 12 Minuten eher los. Nach einigen Kilometern hatte ich eine kleine, passende Gruppe gefunden, u. a. mit dem “Passjäger” vom quäldich.de Portal.
Ab der zweiten Verpflegung kurbelte ich dann allerdings wieder eine ganze zeitlang alleine im Wind. Meine Begleiter wollten wohl etwas länger rasten. Flott war ich dann später mit einer Gruppe des SC Vöhringen unterwegs,  vorwiegend ältere Herrschaften in feinstem Zwirn und auf edelsten Carbon. Da kam ich mir mit meinem Alu/Ultegra-Hobel ziemlich erbärmlich vor…
Der RSC Kempten hat sich ganz schön Mühe mit der Organisation gemacht: die Strecke war gut ausgeschildert und verlief hauptsächlich auf Nebenstrassen mit tollen Ausblicken, an einem Anstieg spielte eine Blaskapelle, an der steilsten Rampe motivierten ein paar kreischende Cheerleaders die Teilnehmer. :-)

Volksfeststimmung beim Zweirad Lämmle

In Bad Grönenbach gab es vor dem Laden des Sponsors Zweirad Lämmle eine kleines Volksfest mit Blasmusik. Dort waren auch schon zahlreiche Teilnehmer der kürzeren Strecken eingetroffen.
Mein letzter Begleiter war dann ein schwäbische Specialized Tarmac Fahrer, der 15km vor dem Ziel leichten Druckverlust im Vorderreifen vermeldete, aber nicht anhalten wollte. Erst als er dann in einer 90 Grad Rechtskurve nur 45 Grad einlenken konnte und durch die zum Glück zaunfreie Wiese holperte, besann er sich eines besseren (“Ok, ich wechsle…”). Wo die 30er-Gruppe mit unseren Elite-Amateuren abgeblieben ist?  Keine Ahnung…    Tour-Daten: 5:47h 173km 2.379hm Sportics.net Aktivität (Video im eigenen Blog)
Meine Ökobilanz fiel übrigens recht erfreulich aus: 1 Liter T.GO und ein Powerbar Gel, mehr war bei den Temperaturen um die 15 Grad nicht nötig. :-)

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Heiße Fahrt ans Meer

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 10. Juli 2010

Temperaturen jenseits der 30 Grad und schwache Winde waren für heute angesagt, also MEIN Wetter. :-)
Da traf es sich günstig, dass ein Wochenendbesuch bei der Verwandtschaft am Schwäbischen Meer (Bodensee) anstand. Während der Rest der Familie im klimatisierten Sportkombi reiste, stieg ich um 9 Uhr bei frischen 24 Grad mit zwei 0,7l Trinkflaschen aufs Rennrad. Zu wenig, wie sich bald herausstellte, denn nach 2 Stunden wurde so allmählich die Kehle trocken.
Beim Fahren war es dank halb geöffnetem, durchgehendem Reissverschluss der RSC Logwin Kempten Trikots noch ganz angenehm, weil der Fahrtwind ungehindert um die  Plauze streichen konnte, aber wehe man musste mal an der Ampel anhalten: Jeder Stop sorgte in Sekundenschnelle für einen halben Liter Flüssigkeitsverlust. In Deggenhausen musste ich dann im Gasthof Adler das erste Mal nachtanken: 0,7l Mineralwasser für zivile 1,- €.

Der Steg in Immenstaad am Bodensee

Vor Heiligenberg rollte ich dann an 4 einheitlich gekleidedet Herrschaften mit feinstem Radmaterial heran, angeführt von einem Zwillingsbruder von Urs Freuler und mit dem Schriftzug „Ostschwiizer Beitzlisprinter“ auf den Trikots. Auf die Frage, was denn „Beizlisprinter“ sind, erklärte mir ein grauhaariger Mittsechziger lächelnd: „Das sind ältere Herren, die öfter mal eine Pause brauchen“ und bestätigte, dass „Beitzli“ dasselbe bedeutet wie im Schwäbischen  „Beiz“, nämlich eine einfache Wirtschaft. Das ansprechende Motto dieser Radsportfreunde lautet demnach  „fahren, geniessen, umfallen“. :-)
Vom Rad zu fallen drohte zwar noch nicht, aber an der TOTAL-Tankstelle in Bermatingen war der zweiten Boxenstop fällig: 0,33l Cola und 0,5l Mineralwasser für 1,78 €. Das reichte dann für die letzten Kilometer bis zum See.   4:16h 132km 1.034hm Sportics.net Aktivität

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Rock ‘n Road Trentino

von bbbaschtl, Kategorie Reisen mit dem Rennrad, Training und Fitness am 15. Juni 2010

So lautet das Motto des Hotels Cristallo in Levico Terme im Trentino, wo ich das letzte, verlängerte Wochenende mit 7 Rennrad-Kollegen aus Augsburg bestens untergebracht war (Video im eigenen Blog).

1. Tag: Auer – Faedo – Giovo – Cavalese – Truden – Auer

Vom Treffpunkt Auer ging es auf dem schön angelegten Etsch-Radweg flach bis San Michele. Im Aufstieg nach Faedo überholte uns ein weißhaariger Italiener mit einem ausgewaschenen Profi-Trikot aus den 80ern und Beinen wie der amtierende italienische Senioren-Bergmeister. Ich fuhr ein Stückchen mit ihm mit und erfuhr, dass ihm unser geplanter Aufstieg zu steil sei und er vorher abbiegen werde. Immerhin sei er bereits 71 Jahre alt und zeigte mir zum Beweis sogar unaufgefordert seinen Ausweis. :-)

Auffahrt nach Faedo

Nachdem der alte Herr abgebogen war, schraubte sich das Strässchen tatsächlich ca. 1km lang  mit 18% nach oben und forderte ihr erstes Opfer: Jürgen brachte die Kurbel nicht mehr rum und drehte um.

Abfahrt von Truden

Der Rest fuhr auf Nebenstrassen über Giovo weiter nach Cavalese, über den kaum spürbaren Passo San Lugano (1.097m) hinüber, hinauf in das Bergdorf Truden und über ein steiles Strässchen in der einsamen Gegend des dortigen Naturparks bergab zurück nach Auer. 4:36h 102km 1.688hm Sportics.net Aktivität


2. Tag: Kaiserjägerweg und Marcesina-Hochebene

Eine der wenigen geteerten ehemaligen Militärstrassen im Trentino ist der sogenannten Kaiserjägerweg, der von Caldonazzo (470m) über gut 10km hinauf zum Monterovere (1.255m) führt. Die Strasse verläuft zunächst ziemlich breit im Wald, wird dann im mittleren Teil immer enger und steiler und ist teilweise mit prachtvollen Ausblicken auf den See in den Fels gehauen.

Auf dem Kaiserjägerweg

Weiter ging es unter Begleitung eines Cannondale-fahrendenden Italieners, der mit landestypischer Begeisterung Fluffys Rad derselben Marke erkannt hatte (“Cannondale numero uno!”) zum Passo die Vezzena (1.403m), offensichtlich ein beliebter Motorradfahrer-Treffpunkt. Nach einer langen Abfahrt auf rustikaler Asphaltierung kehrten wir am Dorfplatz in Asagio zu “Spaghetti ragu” ein.
Der Junior-Chef unseres Hotels Daniele Acler hatte uns als Tipp eine neu gebaute Strasse zwischen Strigno und Gallio beschrieben. Nach einiger Suche entdeckten wird den Einstieg dazu hinter Foza und erreichten nach 300 Höhenmetern eine bizarre Hochebene auf ca. 1.350m mit einer felsbrockenübersäaten Wiesenlandschaft. Mitten darin liegt völlig einsam das Albergo Marcesina. Von der dortige Wirtin erfuhren wir, dass unsere geplante Abffahrtstrecke nach Strigno für Radfahrer gesperrt ist, und die Strasse überhaupt nur Einheimische benützen dürfen. Aha, deshalb hatte uns Daniele die Tour wohl in umgekehrter Richtung empfohlen…

Marcesina Hochebene

Tatsächlich stand am Beginn der Abfahrt auch ein unübersehbares Verbotsschild. Aber es half nichts, jetzt umdrehen kam nicht in Frage. Ausgesprochen vorsichtig bremsten wir uns auf dem schmalen,  fast senkrecht in den Fels gehauenen Strässchen über 19 Kehren 1.100hm ins Tal hinunter. Offensichtlich zuviel für Fluffys Hinterreifen: Plattfuss. Obwohl uns zwei entgegenkommende Autofahrer unmissverständlich auf das Radfahrverbot aufmerksam gemacht hatten, empfingen uns im Tal  keine Carabinieri zwecks Ahndung der Übertretung. Auf dem durchgehenden Radweg im Val Sugana ging es dann mit Rückenwind zurück nach Levico Terme.  5:31h 115km 2.083hm Sportics.net Aktivität


3. Tag: Passo Manghen

1.600hm am Stück und angebliche 3.000hm insgesamt, diese Fakten spalteten unser Team. Die eine Hälfte wollte sich das nicht antun und entschied sich für eine kleinere Tour über den Passo del Redebus (1.453m). Die anderen wollten auf den 2.040m hoch gelegenen Passo Manghen und die Befahrung entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Auffahrt von Castelnuovo aus war zwar 23km lang, aber überwiegend nur mäßig steil. Die angegebenen 15% werden wohl nur im oberen Bereich erreicht.

Manghen Passhöhe

Wenige Meter nach der Passhöhe befindet sich das Refugio Manghen, wo wir uns kurz für den Rest der Tour stärkten. Ausweislich der Tourenbeschreibung bei gpsies.com sollten auf der 40km langen Abfahrt durch das Tal von Molina nach Civezzana ein stetiges Auf und Ab mit ca. 1.400 restlichen Höhenmetern auf uns warten.

Abfahrt vom Manghen Pass

Bei der Gesamthöhenmeterangabe der Tour hat sich aber wohl ein kleiner Rundungsfehler eingeschlichen, denn tatsächlich ging es – abgesehen von zwei kleinen Gegenanstiegen – ausschließlich bergab.  Trotz Gegen- oder Seitenwind eine ideale Rollerstrecke für einen ehemaligen Straßenvierer-Meister. :-)
Spätestens jetzt wurde klar, dass die Entscheidung, die Tour entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren, richtig war. Anders herum wäre die Angelegenheit wohl recht zäh geworden. Bei Slacche führte der GPS-Track von gpsies.com leider auf die für Radfahrer gesperrte Hauptstrasse zwischen Trento und Caldenazzo. Nach kurzer Suche fanden wir aber einen parallel verlaufenden Radweg und landeten schließlich auf dem westlichen Weg um den Caldonazzo-See. Im Schlussanstieg zum Hotel trat Max plötzlich ins Leere: Kettenriss. Der örtliche Bike-Laden montierte ihm noch am Samstag Abend (!) eine neue Kette und stellte auch noch die Schaltung richtig ein. Top-Service. 5:14h 118km 2.239hm Sportics.net Aktivität


4. Tag: Kaiserjägerweg Teil 2

Zum abschließenden Bergrennen auf der reizvollen Auffahrt des Kaiserjägerwegs traten noch 6 der 8 Recken an. Max und Ralph fuhren schon zu Beginn ein hohes Tempo und so zog sich das dezimierte Feld rasch auseinander. Irgendwie musste das Gewitter in der Nacht zuvor Erdverschiebungen verursacht haben, denn die Rampen im mittleren Teil kamen mir um einige Prozente steiler vor. Vielleicht lag es aber auch nur an dem um 30 – 40 Schläge höheren Puls als 2 Tage zuvor. Schließlich war nach 44min der Scheitel- und Wendepunkt am Spiazo Alto erreicht. 1:30h 27km 930hm Sportics.net Aktivität

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Mein Velothon-Tagebuch

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 30. Mai 2010

Tag 0: endlich Velothon!

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

Nur leider durfte ich diesem Highlight nur aus der Zuschauerperspektive folgen. Die Ursache hierfür hatte ich ja bereits beschrieben. Genug gejammert. Das Zuschauen ließ ich mir jedenfalls nicht nehmen. Und auch dabei packte mich das Fieber, das die Rennradler befällt, wenn sie auf den Start warten.

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. 100 % Regenwahrscheinlichkeit.

8:00 Uhr. Die ersten kurzen Schauer waren bereits heruntergekommen. Das Wetter hielt sich jedoch.

Start der Kurzstrecke über 60 km. “Meine” Strecke. Wer diese nicht ernst nimmt und denkt, er könne locker vorne mitrollen, wird schnell eines Besseren belehrt. Das merkte man schon am Start. Die Teilnehmer der vorderen Startreihen waren ebenso angespannt wie die der 120 km-Fahrer um 9:30 Uhr. Auch über 60 km muss man konstant fahren, vielleicht sogar noch konstanter. “Schwächeln” wird mit gnadenlosem Abhängen bestraft. Und sich bei solch einer kurzen Strecke heranzukämpfen ist schwer.

Ich habe Hochachtung vor allen, die sich für diese Strecke angemeldet hatten. Vom engagierten Amateurfahrer bis hin zum Freizeitfahrer, der auf dem Tourenrad (oder Bonanzarad, Armeerad, …) dabei war.

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

8:20 Uhr. Die Sonne zeigte sich! Gut, wenn man diesmal nicht auf den Wetterbericht gehört hat, und dennoch angetreten ist.

9:15 Uhr. Nahezu zeitgleich mit dem Start der 120 km-Runde am Brandenburger Tor wurden die Sieger des 60 km-Rennens im Ziel an der Straße des 17. Juni erwartet. Ob das eine kluge Entscheidung war, mag dahingestellt bleiben. Die Zuschauer mussten sich jedenfalls entscheiden, ob sie den Startern der langen Strecke oder den Siegern der kurzen Strecke zujubeln. Ich hätte beides gern getan.

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

In der VIP-Reihe startete – wie auch schon im Jahr zuvor – das Team “Wir spenden Leben – Radsportler für die Knochenmarkspende“. Ziel ihrer Aktion ist es, für die lebenswichtige Übertragung von Knochenmark Spender zu finden und Menschen dazu zu bewegen, sich für die Spende registrieren zu lassen. Für viele an Blutkrebs erkrankte Patienten die letzte Hoffnung. Informationen zur Knochenmarkspende findet man unter dem o.g. Link.

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

Im B-Block wartete ein Teil meiner Trainingsgruppe, die als “amigos90″ angemeldet waren. Eigentlich war das Ziel einiger unserer Fahrer, unter die ersten 100 zu kommen. Bei manchen waren die Ziele sogar noch ehrgeiziger. Schließlich sollte sich das lange Training im Winter und Frühjahr oder das Trainingslager auf “Malle” doch lohnen.

Da das Team leider aus Block B heraus starten musste war die Ausgangslage natürlich denkbar ungünstig. Die Anmeldemodalitäten sind halt eine kleine Wissenschaft für sich. Dennoch war die Stimmung sichtlich gut.

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

Vielleicht wusste einer sogar, dass er die “100″ schaffen würde?

9:30 Uhr. Die Nationalhymne. Und endlich der Startschuss. Es ging los. Rund 120 km durch Berlin, das südliche Umland in Brandenburg, wieder hinein nach Berlin bis zum Ziel auf der Straße des 17. Juni, unweit des Brandenburger Tores.

Angeführt wurde jeder Startblock von einer Gruppe Speedskater, die dafür sorgten, dass die riskante Durchfahrt durch die schmalen Toröffnungen langsam und geordnet erfolgte.

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

Nach dem Start der 120 km-Gruppen konnten sich die Zuschauer dann entweder an den diversen Ständen (s. meinen Artikel vom Vortag) informieren, entspannen oder den Zieleinlauf der 60 km-Fahrerinnen und Fahrer verfolgen. Dabei unter anderem dieser junge Mann, der auf einem Rad von 1927 1924 teilnahm:

DSCF0266_klein2Leider hatte ich vergessen, mir seine Startnummer zu notieren, so dass ich nicht sagen kann, welche Platzierung er erreichte.

11:00 Uhr. Währenddessen waren auch die Fahrer meines Teams wohlbehalten im Ziel eingetroffen. Jeder mit einer persönlichen Bestleistung! Ich hätte gern die Teamwertung komplettiert, zumal ein weiteres Teammitglied ebenfalls bereits vor dem Start unfallbedingt ausgefallen war.

Während der folgenden “Manöverkritik” wurde einhellig festgestellt, dass dieses Erlebnis bei den Cyclassics in Hamburg seine Forsetzung finden sollte. Ob bzw. wie dies geschehen wird, wird an dieser Stelle dann noch berichtet werden.

Hier jedenfalls erst einmal das Teamfoto der glücklichen Finisher:

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

 

 

12:00 Uhr. Durch die Ansagen der Kommentatoren wurden die Zuschauer über die Geschehnisse auf der Strecke auf dem Laufenden gehalten. Wir wussten daher bereits, dass es im Gegensatz zum Vorjahr keine geschlossene Gruppe mit einem Massensprint geben würde.

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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

12:06 Uhr. Noch vor der angekündigten Zeit fuhr eine Dreiergruppe durch das Ziel. Schnitt: über 45 km/h. Da beim Velothon keine Profis und Lizenzfahrer nur bedingt teilnahmeberechtigt sind ist dies eine beachtliche Leistung!

Im Laufe der nächsten Zeit kamen dann auch die Teammitglieder der amigos90 ins Ziel. Besonders herausragend dabei:

  • Mina (nach einem Sturz und einer Reifenpanne) auf einem hervorragenden 48. Platz der Frauenwertung
  • Oliver als 100. der Männer (beide nach Start aus dem B-Block!)
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© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

12:45 Uhr. Der angekündigte Regen setzte ein. Erst zögerlich, dann als Dauerregen. Einige Tausend Radfahrer waren noch auf der Strecke und mussten sich auf den letzten Kilometern gegen den Wind und die Nässe durchkämpfen. Ein Trost: immerhin hatten sie bereits mehr als drei Stunden ohne Regen hinter sich.

19:00 Uhr. Fazit: Der Velothon 2010 zeigte sich wie auch im letzten Jahr als gelungene Radsport-Veranstaltung und als Werbung für unseren schönen Sport. Ich werde meine Ziele 2011 wieder in Angriff nehmen, vielleicht dann gemeinsam mit 15.000 Startern und mehr Zuschauern? Was in Hamburg möglich ist sollte doch auch in Berlin klappen!

19:30 Uhr: Ende des Velothon-Tagebuchs 2010. Fortsetzung geplant … 2011!

Alle Bilder: © BikeBloggerBerlin
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Nachtrag: leider gab es mindestens einen ernsten Unfall: ein Streckenposten wurde laut Angabe der Berliner Morgenpost schwer verletzt, nachdem er von einem stürzenden Radfahrer angefahren wurde. Ich hoffe, dass die Unfallfolgen weniger gravierend sind als berichtet und wünsche dem Verletzten eine schnelle Genesung!

 

 

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Mein Velothon-Tagebuch

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 29. Mai 2010

Tag -1: Akkreditierung und Velothon-Messe.

Das Berliner Wetter zeigte sich (fast) von seiner schönsten Seite. Es war warm und die Stimmung frühlingshaft gut.

Hier ein paar Impressionen von der Messe:

Velothon-Messe © BikeBloggerBerlin

Welch ein Gedränge…

KOCMO Crossbike © BikeBloggerBerlin

Cross ist doch was für Kinder, oder?

Velothon-Messe © BikeBloggerBerlin

Ete (Zabel) sehen oder doch lieber ‘n Bier?

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Was für Popos…

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Specialized Tarmac SL3 – Carbon seziert!

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Das Rad der Milchmänner…

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Morgen werden einige Tausend Radfahrer glücklich sein,
wenn sie dieses Tor sehen.

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Zuvor müssen sie hier vorbei.

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Die Route vorher abzufahren ist eine gute Idee!

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern morgen viel Erfolg – und wenig Regen!

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Riedbergpass

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 23. Mai 2010

Die höchste Passstrasse Deutschlands liegt natürlich im Allgäu. Von Osten bin ich sie schon ein paar mal gefahren. Heute rollte ich von der anderen Seite in einem großen Bogen über das Westallgäu und Hittisau/Vorarlberg an. Und um es vorweg zu nehmen: Die Westauffahrt ist – obwohl die Steigungen auf beiden Seiten mit 16% angegeben sind -  leichter. Geht es von Osten ab Obermaiselstein konstant fast 600 Höhenmeter am Stück bergauf, zieht sich die Anfahrt von Westen bis hinter  Balderschwang mit mäßigen Steigungen sanft dahin, zwischendurch immer mal wieder mit Flachstücken und kleinen Abfahrten. Erst die letzten 4km geht es nur noch bergauf.

Abfahrt vom Riedbergpass

Die Abfahrt von der Passhöhe nach Obermaiselstein ist nicht ganz ungefährlich (bei der Deutschland-Tour vor ein paar Jahren ist hier ein Profi über die Leitplanke geflogen und hat sich schwer verletzt). Es gibt zwar keine scharfen Kurven und die Strasse ist von ein paar Bodenwellen im unteren Bereich abgesehen in guten Zustand, gefährlich sind die Pkws, die bergab schleichen und bergauf in den Kurven ausholen wie ein Omnibus. Da heisst es langsam abfahren. Außerdem ist der Anblick der zahlreichen entgegenkommenden Kollegen, die mit sich und dem Berg kämpfen, ganz amüsant… :-)

Videos im eigenen Blog / 5:10h 142km 2.195hm Sportics.net Aktivität

bbbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im Allgäu

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rennradblog.ch

von bbbaschtl, Kategorie Leben mit dem Rennrad am 8. Mai 2010

Heute erreichte mich ein Päckchen von Blogger-Kollege Christof aus der Schweiz. Inhalt: ein schickes “Tour de Suisse” T-Shirt aus seiner Freizeitkollektion.

rennradblog.ch T-Shirt

Die Eidgenossen können nicht nur auf eine lange Tradition erfolgreicher Strassen-, Cross- und Mountainbike-Fahrer zurückblicken. Dort gibt es auch eine sehr aktive und liebenswerte “Velo”-Blogger-Szene. Einer davon ist Christof mit seinem rennradblog.ch. Er berichtet u. a. über Training, Touren und Material, und porträtiert Rennradfahrer und “ihren Berg”. Außerdem veranstaltet er regelmäßig kleine Gewinnspiele, z. b. das monatliche “Ritzelraten”. Zu gewinnen gab es im April ein schickes “Tour de Suisse” T-Shirt aus seiner Freizeitkollektion…
Ein weiterer Grund, um seinen Blog regelmäßig zu besuchen. In diesem Monat verlost er übrigens ein Saxo Bank Landesmeistertrikot von Fabian Cancellara.

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5 Tage Woche

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 1. Mai 2010

Gemeint ist nicht meine Arbeitswoche (das waren Dank Bereitschaft 7 Tage) sondern meine Radwoche seit letzten Samstag: 5 Einheiten = 19:04h, 516km und 7.216hm im Sattel. Nach vier bergigen Rennrad-Runden vor der Haustür mit einer Einsatzunterbrechung am Sonntag gings am Montag wiederum mit dem Rennrad aber ohne Bereitschaftshandy nach Oberstdorf.

Vor Oberstdorf

Pflichttermin am Dienstag war der Kemptener Mountainbike Treff. Nachdem Organisator Tobi am Gardasee weilte, übernahm Martin vom Freeride-Team des RSC Logwin Kempten die Führung und zeigte uns geniale  (wenn auch teilweise gesperrte) Trails im Stadtgebiet von Kempten.
Am Mittwoch lud schönstes Frühsommerwetter zu einer Rennradrunde über das Oberjoch, Deutschlands schönster Passstrasse, ein. Die Jochpassstrasse soll 106 Kurven aufweisen, gefühlt sind es allerdings deutlich weniger. Am Wochenende treffen hier zwei Welten aufeinander: Motorradfahrer, die die Grenzen der Schräglage und Schwerkraft ausloten wollen, und Pkw-Touristen, die fasziniert von der Allgäuer Berglandschaft in Schrittgeschwindigkeit die Passstrasse hochkriechen. Leider (aus Motorradfahrersicht) besteht auf der gesamten Strecke Überholverbot, das regelmäßig von Beamten der PI Sonthofen überwacht wird.
Als Rennradfahrer sollte man den Pass daher besser nur unter der Woche befahren. Mountainbiker können ihre Uphill-Fähigkeiten dagegen jeden Tag auf der für den mototrsierten Verkehr gesperrten alten Jochpassstrasse testen. Auf der Abfahrt nach Wertach bot sich noch ein Abstecher über die Exklave Jungholz an.

In Jungholz/Tirol

Freitags waren für den Nachmittag ergiebige Niederschläge angekündigt. Da bleibt man lieber in der Nähe der Homebase. Ein beliebte Rennradrunde im Westen Kemptens ist die 23,5 km lange Strecke über Wegscheidel – Kürnachtal – Schmidsfelden – Kreuzthal – Eschach. Nach drei Runden war weit und breit immer noch kein Niederschlag in Sicht und so lies ich es noch über Memhölz, Schönstatt, Hellengerst ausrollen.

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Mein Velothon-Tagebuch

von bikeblogger, Kategorie Leben mit dem Rennrad, Training und Fitness am 24. April 2010

Tag -36: Es könnte wirklich viel besser laufen ODER Auch die Clavikula macht nicht alles mit …

Den dummen Unfall letzte Woche hatte ich schnell verdaut. Montag saß ich schon wieder auf dem Rad, um eine verkürzte Pankower Nordrunde unter die Räder zu nehmen. Diesmal tatsächlich GA1. Das rechte Knie schmerzte noch etwas, blieb aber ansonsten friedlich. So hatte ich eine angenehme Nachtfahrt, die Basis für weitere Trainingseinheiten sein sollte.

Mittwoch gab es schauerliches Wetter. Glücklicherweise riss die Wolkendecke nachmittags kurz auf, Gelegenheit für eine weitere Stunde Intervalltraining, das mein Körper jetzt nicht mehr mit dicken Beinen am nächsten Tag bestrafte. Leider wurde diese Trainingseinheit durch eine Reifenpanne unterbrochen.

Für das Wochenende waren drei unterschiedliche Trainingsreize von GA-Training über Training im Entwicklungsbereich bis zum Kompensationstraining am Sonntag (inklusive Kanufahren am Wannsee) geplant.  Aber natürlich lief es anders als geplant. Am frühen Freitag abend stand erneut die verkürzte Nordrunde  auf dem Programm. Herrliches Wetter, keine Wolken, Temperaturen um 10 °C. Schon bei Wartenberg war ich nicht mehr allein. O. hatte unabhängig von mir beschlossen, diesen Abend auf dem Rad zu verbringen. Dies traf sich gut, so konnten wir uns über die aktuellsten Geschehnisse in der Szene austauschen (das Wort “Klatsch” möchte ich diesbezüglich nicht hören!) und mussten die km nicht stur allein runterschrubben.

Nach Sonnenuntergang wurde  es bald empfindlich kalt, so dass wir hinter Bernau froh waren, heimische “Witterung” aufzunehmen. Geschwindigkeit und Puls stiegen an, bis hinter Zepernick ein tiefes Schlagloch meinem Vorwärtsdrang ein jähes Ende setzte. Kopf, Schultern und rechte Körperhälfte mussten als Anker herhalten. Das Wort mit “Sch…” kam mir über die Lippen. O., der nur ein Krachen hinter sich gehört hatte war schnell zur Stelle, eine nachfolgende Autofahrerin stoppte und half mir von der Straße. Genau passend kamen zwei nette junge Mitarbeiter der “Rennleitung in Grün” und übernahmen die Kontaktaufnahme mit der Notrettung. Sie blieben dann sogar solange, bis meine Freundin das Rad abholen kam! O. konnte so nach Hause fahren, ohne sich der Gefahr einer Unterkühlung aussetzen zu müssen.

Kurz und gut schlecht: Die rechte Clavikula (= Schlüsselbein) hatte sich entschlossen, diese Behandlung übel zu nehmen, sie war schlichtweg gebrochen.

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Abschürfungen und Hüft- und Rippenprellung fallen da schon nicht mehr so ins Gewicht. Zum Glück waren Kopf (durch den Helm) und Gesicht nicht verletzt worden. Meine Freundin durfte mich nach der Untersuchung in der Bernauer Rettungsstelle dann mit nach Hause nehmen. Montag wird ein Chirurg entscheiden, wie es weiter gehen wird – mit mir, der Clavikula und meinen sportlichen Ambitionen 2010.

Es hätte diese Woche wirklich besser laufen können – aber auch viel schlimmer!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Helfern bedanken!

BikeBlogger
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