Archiv für die Kategorie Reisen mit dem Rennrad

55.555 Euro Spenden für Besi & Friends

Geschrieben von bikeblogger am 8. Oktober 2014 | Abgelegt unter Leben mit dem Rennrad, Reisen mit dem Rennrad

Besi & Friends

Besi & Friends – unter diesem Titel fuhren im Sommer 2014 60 Radsportler, unter Ihnen vier mit MS (Multiple Sklerose) von Jügesheim bei Frankfurt nach Barcelona. Ziel war, Menschen, die an MS oder anderen schweren Krankheiten leiden, Mut zu machen und Spenden für MS-Erkrankte zu sammeln.

Über die Idee und die Etappen berichtete BikeBlogBerlin bereits ausführlich. Begleitet wurde der “verrückte Haufen”, wie Initiator Andreas “Besi” Beseler die Gruppe gern bezeichnet, während der gesamten Zeit von einem Filmteam der ARD unter der Leitung von Christian Gropper.

Für den 04. Oktober hatte Besi zum Abschlusstreffen in die Radsporthalle des R.V. “Germania” 1911 Jügesheim e.V. geladen, auf dem die Spendenhöhe genannt und der sehnsüchtig erwartete Film gezeigt werden sollte. Die Stimmung war ausgelassen, viele der Teilnehmer und des Teams waren, zum Teil mit Familie, erschienen. Vertreter der Sponsoren und Radsportfreunde aus Jügesheim und Umgebung ergänzten das Bild.

Organisations-Team

Organisations-Team © Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

Dann kam der spannende Moment: Besi übergab den Scheck mit der – für Team und Teilnehmer unglaublichen – Spende von 55.555 € an die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung, deren Gründerin persönlich erschienen war. Mit lautstarkem Applaus und einigen Tränen in den Augen begleiteten die Anwesenden diesen ergreifenden Moment. Auch Natalie Todenhöfer war nahezu sprachlos. Vielen Teilnehmern wurde in diesem Moment erneut bewusst, dass es sich gelohnt hatte, sich den Strapazen der über 1.700 km langen Tour auszusetzen.

Scheckübergabe an Nathalie Todenhöfer © Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

Doch noch war der Abend nicht vorüber. Nach der Ankündigung der Fortsetzung von Besi & Friends im übernächsten Jahr durften die Radsportler und ihre Gäste die Uraufführung der 30-minütigen Dokumentation “Über den Berg” von Christian Gropper und Barbara Struif miterleben.

An dieser Stelle sei nur so viel verraten: der Film schafft es, die zwei Wochen und 12 Etappen nach Barcelona in 30 unterhaltsamen und bewegenden Minuten zu komprimieren. Die Erstausstrahlung in der ARD am 19. Oktober um 17:30 Uhr ist für alle Teilnehmer sicher Pflichtprogramm und für Radsportfreunde ein heißer Tipp. Wiederholungen werden am 21. Oktober um 21:32 Uhr in tagesschau24 sowie am 26. Oktober um 08:15 Uhr in den dritten Programmen des SWR gezeigt. Ein Link zur Mediathek wird nach Verfügbarkeit an dieser Stelle eingefügt.

Der Artikel erschien ursprünglich am 06.10.2014 im BikeBlogBerlin.

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Rock ‘n Road Trentino

Geschrieben von bbbaschtl am 15. Juni 2010 | Abgelegt unter Reisen mit dem Rennrad, Training und Fitness

So lautet das Motto des Hotels Cristallo in Levico Terme im Trentino, wo ich das letzte, verlängerte Wochenende mit 7 Rennrad-Kollegen aus Augsburg bestens untergebracht war (Video im eigenen Blog).

1. Tag: Auer – Faedo – Giovo – Cavalese – Truden – Auer

Vom Treffpunkt Auer ging es auf dem schön angelegten Etsch-Radweg flach bis San Michele. Im Aufstieg nach Faedo überholte uns ein weißhaariger Italiener mit einem ausgewaschenen Profi-Trikot aus den 80ern und Beinen wie der amtierende italienische Senioren-Bergmeister. Ich fuhr ein Stückchen mit ihm mit und erfuhr, dass ihm unser geplanter Aufstieg zu steil sei und er vorher abbiegen werde. Immerhin sei er bereits 71 Jahre alt und zeigte mir zum Beweis sogar unaufgefordert seinen Ausweis. :-)

Auffahrt nach Faedo

Nachdem der alte Herr abgebogen war, schraubte sich das Strässchen tatsächlich ca. 1km lang  mit 18% nach oben und forderte ihr erstes Opfer: Jürgen brachte die Kurbel nicht mehr rum und drehte um.

Abfahrt von Truden

Der Rest fuhr auf Nebenstrassen über Giovo weiter nach Cavalese, über den kaum spürbaren Passo San Lugano (1.097m) hinüber, hinauf in das Bergdorf Truden und über ein steiles Strässchen in der einsamen Gegend des dortigen Naturparks bergab zurück nach Auer. 4:36h 102km 1.688hm Sportics.net Aktivität


2. Tag: Kaiserjägerweg und Marcesina-Hochebene

Eine der wenigen geteerten ehemaligen Militärstrassen im Trentino ist der sogenannten Kaiserjägerweg, der von Caldonazzo (470m) über gut 10km hinauf zum Monterovere (1.255m) führt. Die Strasse verläuft zunächst ziemlich breit im Wald, wird dann im mittleren Teil immer enger und steiler und ist teilweise mit prachtvollen Ausblicken auf den See in den Fels gehauen.

Auf dem Kaiserjägerweg

Weiter ging es unter Begleitung eines Cannondale-fahrendenden Italieners, der mit landestypischer Begeisterung Fluffys Rad derselben Marke erkannt hatte (“Cannondale numero uno!”) zum Passo die Vezzena (1.403m), offensichtlich ein beliebter Motorradfahrer-Treffpunkt. Nach einer langen Abfahrt auf rustikaler Asphaltierung kehrten wir am Dorfplatz in Asagio zu “Spaghetti ragu” ein.
Der Junior-Chef unseres Hotels Daniele Acler hatte uns als Tipp eine neu gebaute Strasse zwischen Strigno und Gallio beschrieben. Nach einiger Suche entdeckten wird den Einstieg dazu hinter Foza und erreichten nach 300 Höhenmetern eine bizarre Hochebene auf ca. 1.350m mit einer felsbrockenübersäaten Wiesenlandschaft. Mitten darin liegt völlig einsam das Albergo Marcesina. Von der dortige Wirtin erfuhren wir, dass unsere geplante Abffahrtstrecke nach Strigno für Radfahrer gesperrt ist, und die Strasse überhaupt nur Einheimische benützen dürfen. Aha, deshalb hatte uns Daniele die Tour wohl in umgekehrter Richtung empfohlen…

Marcesina Hochebene

Tatsächlich stand am Beginn der Abfahrt auch ein unübersehbares Verbotsschild. Aber es half nichts, jetzt umdrehen kam nicht in Frage. Ausgesprochen vorsichtig bremsten wir uns auf dem schmalen,  fast senkrecht in den Fels gehauenen Strässchen über 19 Kehren 1.100hm ins Tal hinunter. Offensichtlich zuviel für Fluffys Hinterreifen: Plattfuss. Obwohl uns zwei entgegenkommende Autofahrer unmissverständlich auf das Radfahrverbot aufmerksam gemacht hatten, empfingen uns im Tal  keine Carabinieri zwecks Ahndung der Übertretung. Auf dem durchgehenden Radweg im Val Sugana ging es dann mit Rückenwind zurück nach Levico Terme.  5:31h 115km 2.083hm Sportics.net Aktivität


3. Tag: Passo Manghen

1.600hm am Stück und angebliche 3.000hm insgesamt, diese Fakten spalteten unser Team. Die eine Hälfte wollte sich das nicht antun und entschied sich für eine kleinere Tour über den Passo del Redebus (1.453m). Die anderen wollten auf den 2.040m hoch gelegenen Passo Manghen und die Befahrung entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Auffahrt von Castelnuovo aus war zwar 23km lang, aber überwiegend nur mäßig steil. Die angegebenen 15% werden wohl nur im oberen Bereich erreicht.

Manghen Passhöhe

Wenige Meter nach der Passhöhe befindet sich das Refugio Manghen, wo wir uns kurz für den Rest der Tour stärkten. Ausweislich der Tourenbeschreibung bei gpsies.com sollten auf der 40km langen Abfahrt durch das Tal von Molina nach Civezzana ein stetiges Auf und Ab mit ca. 1.400 restlichen Höhenmetern auf uns warten.

Abfahrt vom Manghen Pass

Bei der Gesamthöhenmeterangabe der Tour hat sich aber wohl ein kleiner Rundungsfehler eingeschlichen, denn tatsächlich ging es – abgesehen von zwei kleinen Gegenanstiegen – ausschließlich bergab.  Trotz Gegen- oder Seitenwind eine ideale Rollerstrecke für einen ehemaligen Straßenvierer-Meister. :-)
Spätestens jetzt wurde klar, dass die Entscheidung, die Tour entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren, richtig war. Anders herum wäre die Angelegenheit wohl recht zäh geworden. Bei Slacche führte der GPS-Track von gpsies.com leider auf die für Radfahrer gesperrte Hauptstrasse zwischen Trento und Caldenazzo. Nach kurzer Suche fanden wir aber einen parallel verlaufenden Radweg und landeten schließlich auf dem westlichen Weg um den Caldonazzo-See. Im Schlussanstieg zum Hotel trat Max plötzlich ins Leere: Kettenriss. Der örtliche Bike-Laden montierte ihm noch am Samstag Abend (!) eine neue Kette und stellte auch noch die Schaltung richtig ein. Top-Service. 5:14h 118km 2.239hm Sportics.net Aktivität


4. Tag: Kaiserjägerweg Teil 2

Zum abschließenden Bergrennen auf der reizvollen Auffahrt des Kaiserjägerwegs traten noch 6 der 8 Recken an. Max und Ralph fuhren schon zu Beginn ein hohes Tempo und so zog sich das dezimierte Feld rasch auseinander. Irgendwie musste das Gewitter in der Nacht zuvor Erdverschiebungen verursacht haben, denn die Rampen im mittleren Teil kamen mir um einige Prozente steiler vor. Vielleicht lag es aber auch nur an dem um 30 – 40 Schläge höheren Puls als 2 Tage zuvor. Schließlich war nach 44min der Scheitel- und Wendepunkt am Spiazo Alto erreicht. 1:30h 27km 930hm Sportics.net Aktivität

bbbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im Allgäu

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