Tag -36: Es könnte wirklich viel besser laufen ODER Auch die Clavikula macht nicht alles mit …
Den dummen Unfall letzte Woche hatte ich schnell verdaut. Montag saß ich schon wieder auf dem Rad, um eine verkürzte Pankower Nordrunde unter die Räder zu nehmen. Diesmal tatsächlich GA1. Das rechte Knie schmerzte noch etwas, blieb aber ansonsten friedlich. So hatte ich eine angenehme Nachtfahrt, die Basis für weitere Trainingseinheiten sein sollte.
Mittwoch gab es schauerliches Wetter. Glücklicherweise riss die Wolkendecke nachmittags kurz auf, Gelegenheit für eine weitere Stunde Intervalltraining, das mein Körper jetzt nicht mehr mit dicken Beinen am nächsten Tag bestrafte. Leider wurde diese Trainingseinheit durch eine Reifenpanne unterbrochen.
Für das Wochenende waren drei unterschiedliche Trainingsreize von GA-Training über Training im Entwicklungsbereich bis zum Kompensationstraining am Sonntag (inklusive Kanufahren am Wannsee) geplant. Aber natürlich lief es anders als geplant. Am frühen Freitag abend stand erneut die verkürzte Nordrunde auf dem Programm. Herrliches Wetter, keine Wolken, Temperaturen um 10 °C. Schon bei Wartenberg war ich nicht mehr allein. O. hatte unabhängig von mir beschlossen, diesen Abend auf dem Rad zu verbringen. Dies traf sich gut, so konnten wir uns über die aktuellsten Geschehnisse in der Szene austauschen (das Wort “Klatsch” möchte ich diesbezüglich nicht hören!) und mussten die km nicht stur allein runterschrubben.
Nach Sonnenuntergang wurde es bald empfindlich kalt, so dass wir hinter Bernau froh waren, heimische “Witterung” aufzunehmen. Geschwindigkeit und Puls stiegen an, bis hinter Zepernick ein tiefes Schlagloch meinem Vorwärtsdrang ein jähes Ende setzte. Kopf, Schultern und rechte Körperhälfte mussten als Anker herhalten. Das Wort mit “Sch…” kam mir über die Lippen. O., der nur ein Krachen hinter sich gehört hatte war schnell zur Stelle, eine nachfolgende Autofahrerin stoppte und half mir von der Straße. Genau passend kamen zwei nette junge Mitarbeiter der “Rennleitung in Grün” und übernahmen die Kontaktaufnahme mit der Notrettung. Sie blieben dann sogar solange, bis meine Freundin das Rad abholen kam! O. konnte so nach Hause fahren, ohne sich der Gefahr einer Unterkühlung aussetzen zu müssen.
Kurz und gut schlecht: Die rechte Clavikula (= Schlüsselbein) hatte sich entschlossen, diese Behandlung übel zu nehmen, sie war schlichtweg gebrochen.

Abschürfungen und Hüft- und Rippenprellung fallen da schon nicht mehr so ins Gewicht. Zum Glück waren Kopf (durch den Helm) und Gesicht nicht verletzt worden. Meine Freundin durfte mich nach der Untersuchung in der Bernauer Rettungsstelle dann mit nach Hause nehmen. Montag wird ein Chirurg entscheiden, wie es weiter gehen wird – mit mir, der Clavikula und meinen sportlichen Ambitionen 2010.
Es hätte diese Woche wirklich besser laufen können – aber auch viel schlimmer!
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Helfern bedanken!
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Tags: Nightride, Training, Unfall |
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