Tag -71: Laktatrunde – der Kampf gegen den Drachen bei Berlin
oder, wie ein Mitfahrer es ausdrückte: “i survived the laktatrunde and all i got was this lousy t-shirt”.
14 stolze Recken, darunter eine Maid, die tapfer dem bösen Drachen die Stirne bieten wollten, gesellten sich in Kampfesmontur zu Berlin-Neukölln anno domini 2010. Der Drache, dem gemeinen Volke auch bekannt unter dem für Sterbliche fast nicht erklärlichen (und sicher heidnischen) Namen “Lakatrunde bei Regen” nahm die Herausforderung der tapferen Vierzehn hohnerfüllt auf. Dem Berichterstatter stockt auch jetzt noch der Odem bei der Erinnerung ob dieser historischen Herausforderung.
10 Uhr 15. Die Recken waren bereit. Der Drache auch. Er ließ die Arena zu einem Wassertrog werden, durch den unsere Tapferen ihre Stahlrösser bewegen mussten.(Der geneigte Leser mag entschuldigen, dass der bescheidene Schreiberling keine Worte für Rösser aus Kohle oder leichten Metallen finden konnte!)
Nach einer halben Stunde der erste Biss des Drachens: eines der Rösser zeigte sich huflahm. Gottlob war der Besitzer des Rosses ein begabter Hufschmied, so dass der Weg durch die Arena weiter befahren werden konnte. Aber unser Erzfeind verstand sein teuflisch Handwerk. Der Huf war nicht nur lahm, sondern so verwundet, dass unser unglücklicher Kampfesgenosse aufgeben und sein Ross zum heimischen Stall führen musste.
Der Drache wusste, was er tat: durch diese schmähliche Tat waren die Recken in zwei Gruppen gespalten. In Legenden, die das Volk sich zuraunte, wurden diesen Gruppen später die geheimnisvollen Namen A- und B-Gruppe gegeben. Die A-Gruppe zeigte dem Drachen mit ungestümen Antritten ihren Mut, während die B-Gruppe folgte und Bisse aus dem Hinterhalt abwehren wollte.
In der dem Volke wohlbekannten Stadt KaWe beschlossen zwei tapfere Reiter aus der B-Gruppe, zur A-Gruppe aufzuschließen, um deren trauriges Schicksal zu erkunden. Dieses gelang ihnen auch nach einem zermürbenden Ritt durch Gräben und über Hügel. Welch glücklicher Anblick: alle vorausgeeilten Reiter zeigten sich wohlauf. Schmutzig, nass, aber zufrieden.
Bis der Drache ein weiteres mal zustieß: ein weiteres Ross wurde getroffen. Und nach dem Beschlagen des Hufes gleich ein weiteres mal.
Gleiches geschah den Berichten zufolge auch der uns wohl bekannten B-Gruppe.
Auch diese unrühmlichen Attacken nutzten dem Untier nichts: der Drache musste mürrisch die vernichtende Niederlage eingestehend in seine Höhle zurückkehren, ohne an diesem Tage weiteres Unheil über das brave Volk bringen zu können. Alle Drachenzähmer erreichten dann schlussendlich Hof und Stall mit schmutzigen und festen Waden, aber wohlbehalten und mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.
Leser seid also vor dem Orte KaWe gewarnt – und versorgt euch mit genug Eisen für die Hufe eurer getreuen Tiere!
Wer nun denkt, dass Er oder Sie bei einem erneuten Kampf mit dem Drachen seinen Mut beweisen soll, mag in den Annalen der Rennradliste zu Berlin vernehmen, wann das scheußliche Tier ein weiteres mal herausgefordert werde.
Als Berichterstatter zu Hofe verneigt sich ehrfurchtsvoll
BikeBloggerBerlin
www.bikeblogger.de
Tags: Laktatrunde, Regen |
Keine Kommentare »