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Deutsche Meisterschaft Cyclocross 2012 in Kleinmachnow

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen, Profi-Szene am 8. Januar 2012

Der erste Tag

Der erste Tag der Deutschen Meisterschaft Cyclocross 2012 ist vorĂŒber. Spannende WettkĂ€mpfe bei “echtem” Crosswetter begeisterten die zahlreichen Zuschauer.

Sturz bei der Abfahrt (JedermÀnner) © BikeBlogBerlin

Leider sind die Ergebnisse der JedermĂ€nner noch nicht verfĂŒgbar.

Siegerehrung der JedermÀnner © BikeBlogBerlin

Masters

Bei den Masters verabschiedete sich Jens Schwedler von seinen Fans mit einem ĂŒberzeugenden Start-Ziel-Sieg. Er beendete in Kleinmachnow seine beeindruckende Karriere (u.a. 2x Weltmeister in der Masters-Klasse 2009 und 2010).

Jens Schwedler auf dem Weg zum Titel © BikeBlogBerlin

Zweiter wurde Timo Berner, der diesen Platz quasi gepachtet zu haben scheint. So wurde er schon 1993 (neben weiteren zweiten PlÀtzen) Zweiter der Cyclocross-Weltmeisterschaft.

Mit Startnummer 2 zum 2. Platz © BikeBlogBerlin

Siegerehrung der Masters © BikeBlogBerlin

Detaillierte Ergebnislisten aller Rennen sind auf www.rad-net.de zu finden.

Prominenz

Sicher wird auch am Sonntag Prominenz am Start und unter den Zuschauern vertreten sein.

Otto Ziege, Mr. Sechs-Tage von Berlin © BikeBlogBerlin

Mike Kluge, Profi-Cross-Weltmeister 1992 © BikeBlogBerlin

Mit Mike Kluge hatte ich ein sehr angenehmes GesprĂ€ch. Mehr von und ĂŒber Mike kann man auf www.mike-kluge.de oder in seinem Blog erfahren.

Wie geht’s weiter?

Auch fĂŒr Sonntag gilt: Man sieht sich in Kleinmachnow!

Wann? Sonntag, 08.01.2012 ab 10:30 Uhr

Wo? Kleinmachnower Stadtwald “Kiebitzberge”, 14532 Kleinmachnow

Was? DM Radcross

Zeitplan

Wettbewerbe 08.01.2012

Rennen 5 Junioren U 19 (40 Minuten)
10.30 Uhr Start
11.25 Siegerehrung

Rennen 6 SchĂŒler U 15 (20 Minuten)
11.50 Uhr Start
12.25 Uhr Siegerehrung

Rennen 7 Frauen (40 Minuten)
13.00 Uhr Start
13.55 Uhr Siegerehrung

Rennen 8 MĂ€nner Elite (60 Minuten)
14.30 Uhr Start
15.45 Uhr Siegerehrung

Der Artikel ist im Original auf BikeBlogBerlin erschienen.

 

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MOL Cycling Cup 2012

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 7. Dezember 2011

Die Planung fĂŒr den MOL Cycling Cup 2012 ist in vollem Gange. Im nĂ€chsten Jahr wird es ein paar Änderungen gegenĂŒber 2011 geben. So fĂ€llt z.B. das Einzelzeitfahren in Buckow terminbedingt aus, das Straßenrennen findet jedoch weiterhin statt.

Wie schon 2011 wird die Rennserie mit dem 4 km-Einzelzeitfahren anlÀsslich des Altlandsberger Sattelfestes begonnen. Nach eigener Erfahrung eine lohnende Veranstaltung!

Altlandsberg 2011 © Britta MĂŒnster

FĂŒr die Teilnehmer weniger entscheidend, fĂŒr den Veranstalter dafĂŒr umso mehr: es wird einen neuen Hauptsponsor geben:

FĂŒr die Saison 2012 haben wir neue Sponsoren gefunden die unsere Serien unterstĂŒtzen und attraktive Preise fĂŒr die Teilnehmer bieten.

Die Sponsoren und die neuen Preise werden wir im Dezember prĂ€sentieren, dazu wird es auch einen Newsletter mit allen Änderungen fĂŒr die kommende Saison (geben). [via]

Die Website des Veranstalters erfuhr ebenfalls eine (dringend notwendige) Überarbeitung. Die Navigation wurde vereinfacht, das Design moderner und weniger ĂŒberfrachtet. Gut so.

Der MOL Cup ist eine Rennserie, die alte wie junge Radsportler, Amateure wie JedermÀnner anspricht. Die Rennradsaison 2012 verspricht spannend zu werden!

Der Artikel ist im Original in BikeBlogBerlin erschienen.

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Rennradsaison 2011: ein traumhafter Abschluss

von bikeblogger, Kategorie Allgemein, Jedermann-Rennen am 18. Oktober 2011

Der Herbst 2011 meint es mit uns Rennradfahrern unzweifelhaft besser als sein lahmer Kollege, der Sommer 2011. Bei herrlichem Wetter waren am Wochenende vom 15./16. Oktober wohl nahezu alle, die ein Rennrad besitzen, „on the road“.

Hamburg-Berlin

So Manchen trieb es nur zum Spazierenfahren nach draußen, mit Einkehr in einem gemĂŒtlichen CafĂ©. Andere wollten es nochmal wissen: am Samstag quĂ€lten sich mehr 270 Starter bei „Hamburg-Berlin“. 275km (ca. 500 hm) und – wie wohl jedes Jahr – erschwerte Bedingungen: Temperaturen unter dem Gefrierpunkt am Start, feuchte Straßen, Gegenwind auf der Strecke.

 

© Georg Lutz / GABA

 

Rund 200 der gestarteten Teilnehmer erreichten Berlin.

Lesenswerte Berichte aus Berliner Sicht lieferten hierzu Georg, Oliver und mit etwas VerspÀtung auch Alexander und der Hofschreiberling des ehrenwerten Eisenschweinkaders ab. Weitere Berichte verlinke ich gern an dieser Stelle!

 

© Georg Lutz / GABA

 

RĂŒgen-Challenge

Am vergangenen Sonntag fand im Norden unseres Landes, genauer gesagt auf RĂŒgen, eines der letzten Jedermannrennen des Jahres statt: die 2. RĂŒgen-Challenge. Auf zwei Strecken mit einer LĂ€nge von 54 km und 107 km mit Start und Ziel in Sellin konnten sich Hobbyradsportler noch einmal miteinander messen. Wer RĂŒgen nicht kennt: dies ist kein ganz einfaches Rennen, die Strecke ist hĂŒgelig und wird durch den mitunter starken Wind von der See her zusĂ€tzlich erschwert. Leider ist die Strecke nicht komplett autofrei: wer mehr als 30 Minuten hinter dem FĂŒhrenden zurĂŒckliegt, muss im normalen Verkehr auf zum Teil schmalen Straßen fahren.

RTF „Jenseits der Havel“

Etwas kleiner, dafĂŒr nicht weniger ambitioniert, ging es bei der letzten RTF dieses Jahres im Havelland zu: Von Spandau aus ging es auf drei Schleifen mit 44, 74 oder 112 km hinaus ins „GrĂŒne“. Auch hierzu gibt es in Georgs Blog einen lesenswerten Bericht.

Testtour mit Storck Bikes

Wer nicht ganz so schnell fahren wollte, hatte die Möglichkeit, sich bei Storck Bicycle anzumelden und die RennrĂ€der der aktuellen oder der Vorjahres-Serien zu testen. Auf den Modellen Absolutist, Scenero, Scenario oder Fenomalist ging es vom Storck Store am Potsdamer Platz hinaus zum Grunewald bis zur Glienicker BrĂŒcke.

 

Glienicker BrĂŒcke © BikeBlogBerlin

 

Da ich nach meiner erfolgreichen Teilnahme bei den Hamburger Cyclassics eigentlich schon meine Rennradsaison beendet und mich nur noch auf Laufveranstaltungen vorbereitet hatte war mein Trainingszustand nicht wirklich optimal. Dennoch war das gewĂ€hlte Tempo fĂŒr mich lockeres GA-Training.

Auf dem RĂŒckweg nahmen wir noch die Havelchaussee mit, deren Anstieg zum Grunewaldturm fĂŒr mich wegen der noch nicht ganz auskurierten ErkĂ€ltung doch nicht ganz unanstrengend war. GlĂŒcklicherweise hatte niemand aus der Gruppe Ambitionen, eine Bergwertung durchzufĂŒhren – ob ich mich hierbei zurĂŒckgehalten hĂ€tte, möchte ich nicht beschwören. Bei strahlendem Sonnenschein und fast 15 °C kehrten wir zum Storck Store zurĂŒck, wo wir die RĂ€der wechselten und noch mit Kuchen bewirtet wurden.

 

back in town © BikeBlogBerlin

 

FĂŒr die nĂ€chste Saison sind die regelmĂ€ĂŸigen Touren, die von Storck veranstaltet werden gute Gelegenheiten, hochwertige RennrĂ€der auszuprobieren und vielleicht das Traumrad fĂŒr die Saison 2012 zu finden. Schade, dass diese ausgiebigen Testmöglichkeiten nicht von mehr Firmen geboten werden. Hierbei kann man tatsĂ€chlich feststellen, ob ein Rad „passt“. Die ĂŒblichen 10 Minuten-mal-um-den-Block-Testfahrten reichen hierfĂŒr jedenfalls nicht aus.

Einen Film ĂŒber diese Saisonabschlusstour wird nach VerfĂŒgbarkeit auf BikeBlogBerlin nachgereicht!

 

Der Originalartikel ist unter diesem Link nachzulesen. Dort sind auch noch weitere Fotos zu sehen.

Alle Bilder: © Georg Lutz bzw. BikeBloggerBerlin

BikeBlogBerlin

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Wir spenden Leben rockten die Cyclassics!

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 8. September 2011

Sonntag, 21. August 2011: Das Team Wir spenden Leben am Start der Vattenfall Cyclassics 2011.

Thorsten Schröder / Marc Bator (Tagesschau) © Upsolut/Hochzwei

 

Mit insgesamt 14 Starterinnen und Startern starteten wir auf allen Strecken und in allen Kategorien (55/100/155 km, sowie alle VIP-Wertungen)!

Einen guten Eindruck von der Startphase vermittelt dieser Film (das WsL-Team ist ab  ca. 02:48 zu sehen):

Die Anreise

Schon Freitag hatten Britta und ich ein Hotel in Harburg bezogen. Samstag stand die Akkreditierung und anschließend der Besuch auf der Cyclassics-Messe auf dem Programm. Unter Anderem hatte ich mich fĂŒr die Standbetreuung unseres Teams einteilen lassen. Unser Dank gilt dem ADFC Hamburg fĂŒr die freundliche Überlassung eines Teils des ADFC-Standes!

v.l.n.r.: Kurt Bodewig, Andrea, Pooky, Jörg

Nach einem leckeren, aber besucherbedingt sehr lauten Team-Abendessen im La Prego mussten abends noch die RĂ€der und die Bekleidung fĂŒr das Rennen vorbereitete werden. LaufrĂ€der einbauen, aufpumpen, letzter Funktionscheck. Dies besonders, da ich gerade eine neue Kette montiert hatte und diese noch nicht testen konnte. Gegen 00:30 Uhr war alles bereit – und wir todmĂŒde. Nicht einmal mehr fĂŒnf Stunden Schlaf lagen vor uns.

Der Start

Dennoch war es kein Problem, kurz vor Sieben bei der Kleiderabgabe zu sein. Ein paar Minuten spÀter kamen wir am Start der 100/155 km-Strecke in Startblock C an. Allerdings war vom Team weit und breit noch nichts zu sehen. Britta verabschiedete sich, sie musste eine halbe Stunde spÀter in ihrem Startblock sein.

Nach und nach trafen unsere Mitstreiter ein. Der Start stand kurz bevor. Das Einklicken hunderter Schuhe gab uns das Signal. Ein paar Sekunden spĂ€ter ging es los. Ein paar hundert Meter “neutralisiert”, da noch ohne Zeitmessung, forcierten wir gleich hinter dem Start das Tempo. Harry hatte sich eine klare Vorgabe gesetzt: 40er Schnitt. Da ich in den letzten drei Wochen zu wenig trainiert hatte stand fĂŒr mich nur das Durchhalten auf dem Programm. Ich hatte also keinen Druck, was mir gut tat. Auf dem Weg zur HufelandbrĂŒcke ging das Tempo auf ĂŒber 40 km/h hoch. Noch recht angenehm, aber mit kalten Muskeln nur bedingt steigerbar. Mein Tacho entschied sich wĂ€hrenddessen, vorlĂ€ufig zu pausieren. Ich hatte also keinen Anhaltspunkt mehr ĂŒber Geschwindigkeit und zurĂŒckgelegte Strecke.

Dann die – von Vielen gefĂŒrchtete – BrĂŒcke. Ich hatte natĂŒrlich Respekt, da ich sie noch nicht einmal vom Sehen kannte. Als wir uns der BrĂŒcke nĂ€herten verlor ich diesen schnell. Ein Anstieg, klar, aber nichts, was man nicht auch anderswo finden könnte. FĂŒr meinen Geschmack zu langsam ging es mit 30 km/h hinauf. Harry hatte sich schon vorgearbeitet, was mir nicht gelang. Da ich nicht wusste, was ich heute wĂŒrde leisten können, hielt ich mich bewusst etwas zurĂŒck.

Auf dem Weg nach Harburg merkte ich, dass es “lief”. Auch Geschwindigkeiten von 45-46 km/h ließen mich unbeeindruckt. Die Frage, ob ich die Strecke schaffen wĂŒrde, wurde nebensĂ€chlich.

Flotte Fahrt nach SĂŒden

Mein grĂ¶ĂŸtes Handicap war jetzt hauptsĂ€chlich das Peloton: in einer Gruppe von mehreren Hundert Fahrern lĂ€sst es sich zwar gut rollen, viele Möglichkeiten, das Tempo bewusst zu variieren, bieten sich jedoch nicht. Die Gruppe fuhr wie ein Block: flott, aber starr und undurchdringlich. Nur auf Abfahrten und nach Kurven bot sich fĂŒr mich die Möglichkeit, PlĂ€tze gut zu machen, da die Mitfahrer es hier eher gemĂ€chlich angehen ließen. Es bildete sich zufĂ€llig so etwas wie eine Berliner Gruppe: hier ein Fahrer vom ESK, dort einer im Berlintrikot, zwischendurch mehrere Fahrer des Teams Helle Mitte Berlin.

Mein Tacho spielte jetzt auch wieder mit – nach einer 8 Kilometer-Pause. Bei km 50 war ich so weit an die Spitzengruppe des Blocks herangekommen, dass ich auch Harry wieder sehen konnte. Einige km spĂ€ter konnte ich dann endlich aufschließen. An Tempo machen war weiterhin nicht zu denken. Harry hatte eine Zeit lang vorne mitgearbeitet, war jedoch immer wieder von der Gruppe eingefangen und abgebremst worden. Also beließen wir es beim Mitrollen.

Block B

Pooky, Frank © Upsolut/Hochzwei

Auf dem “RĂŒck”-Weg nach Hamburg kam dann das Feld von Block B in Sicht. FĂŒr uns war klar, dass wir sie “stellen” mussten. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis wir sie erreichten. Was ich nicht bedacht hatte: die von uns eingeholten Fahrer waren deutlich langsamer unterwegs als wir, was zu einem unharmonischen Block fĂŒhrte, der eine fast schon kritische GrĂ¶ĂŸe erreicht hatte. Mehrere UnfĂ€lle, die zum Teil direkt vor oder neben mir passierten, waren die Folge. Auf den nĂ€chsten Kilometern war Sicherheit daher fĂŒr mich höchstes Gebot. Dann wieder in Hamburg – fĂŒr mich (auch wegen der Tachoprobleme) unerwartet. Harry hatte ich aus den Augen verloren. Ich fĂŒrchtete, dass er in einen der UnfĂ€lle verwickelt worden sein könnte. Die Feldertrennung: die 100er fuhren zum Ziel, die 155er auf die Strecke der 55er, die inzwischen zum grĂ¶ĂŸten Teil im Ziel waren.

 

Die “kleine” Schleife: Fahrt im Wind und Belgischer Kreisel

Plötzlich wurde aus dem Block mit einem traumhaften Windschatten eine dĂŒnne Kette einzelner Fahrer oder kleiner GrĂŒppchen, die sich auf den Weg zur kleinen Schleife begaben. Um das Tempo zu halten musste jetzt gearbeitet werden. Plötzlich sah ich auf der rechten Seite “unser” Trikot: Thorsten Schröder stand am Rand und hielt einen Plausch. Zeit wollte ich nicht verlieren, also brĂŒllte ich nur “Thorsten, komm mit!”.

50 Meter vor mir fuhr eine kleinere Gruppe. Ohne Windschatten zu fahren war nicht mein Ziel, also musste ich da ran. Ich beschleunigte, fuhr mit einem Irrsinnstempo die LĂŒcke zu. Dann hatte ich sie. Harry war auch wieder da. Ihm war also doch nichts passiert. Bald kam auch Thorsten. Die Gruppe wurde grĂ¶ĂŸer, die Kraftanstrengung beim Zufahren der LĂŒcke hatte sich also gelohnt. Dieses GefĂŒhl sollte mich aber trĂŒgen: bald schon ging das Tempo wieder auf 35 km/h herunter. FĂŒr mich ging das gar nicht. Ich fuhr wie ein aufgezogenes Uhrwerk. Ich ĂŒbernahm die FĂŒhrung und gab Stoff. Über 45 km/h – ich wollte die langsame Gruppe loswerden oder einzelne schnelle Fahrer mitziehen. Bremser konnte ich jetzt nicht mehr gebrauchen. Mein rechter Oberschenkel meldete sich, blieb aber weitgehend unauffĂ€llig.

© own work basierend auf dem Bild kreisel.gif von Benutzer: Head aus de.wikipedia.org

Ich bin jetzt allerdings nicht so vermessen, dass ich behaupten wĂŒrde, lange Zeit im Wind bei solcher Geschwindigkeit fahren zu können. Ich fuhr, bis ich sicher war, dass hinter mir nur noch schnelle Fahrer sein konnten und ließ mich dann zurĂŒckfallen. Schnell kam ein Belgischer Kreisel bei einem Tempo von knapp ĂŒber 40 km/h zustande. Da wir gegen den bestĂ€ndigen, wenn auch nicht starken Westwind fahren mussten, war dies die einzige Möglichkeit, schnell voranzukommen. FĂŒr mich ideal – was ich hier lernen durfte. Den Kreisel hatte ich nĂ€mlich nur aus BĂŒchern gekannt!

Über einige Kilometer funktionierte dies, bis weniger disziplinierte Fahrer den Kreisel sprengten.  Dennoch waren wir inzwischen genug Fahrer, um auch so ein angenehmes Tempo fahren zu können.

Bergwertung und Einbruch

© first foto factory

Ich hatte mein zwei Flaschen Apfelschorle aufgebraucht – Pausen kamen nicht in Frage. Im Trikot steckte noch eine Flasche, dummerweise nur mit Wasser. Meine Gels gingen auch zur Neige. Bananen hatte ich noch, diese empfand ich bei den gefahrenen Geschwindigkeiten jedoch als problematisch. Meine Muskeln wurden zunehmend hĂ€rter, sowohl die Waden wie auch meine Oberschenkel. Dann kam der Kösterberg – und mit ihm die Bergwertung. An sich ist der Kösterberg nicht problematisch, die 15 % Steigung haben eine ĂŒberschaubare LĂ€nge, so dass man ihn – einigermaßen trainiert – leicht ĂŒberwinden kann. Nach 130 km mit krampfenden Muskeln sieht dies jedoch anders aus. Ich fahre kleine Berge gern schnell hoch, so ging ich auch den Kösterberg an. Die Bergwertung, die hier stattfand, motivierte mich zusĂ€tzlich. Die meiste Zeit fuhr ich im Sitzen, dann wollte ich es wissen – und stand auf. Wiegetritt. Und sofort KrĂ€mpfe! Damit war die Bergwertung fĂŒr mich gelaufen. Ich musste Harry und einige Andere ziehen lassen. Dennoch nahm er mir nur 3 Sekunden ab – er legte es aber auch nicht darauf an, da wir noch nicht am Ziel waren.

 

Das Ziel

Auf dem Weg hinunter in Richtung Hamburg konnte ich mich wieder ein wenig erholen, aß eine Banane, trank die Wasserflasche fast aus. Nur war dies natĂŒrlich viel zu spĂ€t. StĂ€ndig kurz vor dem Krampf stehend fuhr ich weiter, sah zu, dass ich Windschatten fand. Als der einmal nicht da war, fiel mein Tempo bis auf 25 km/h ab. Die HĂŒgel hinter dem Kösterberg ließen es nicht zu, dass ich wieder zu KrĂ€ften kam. Ich quĂ€lte mich also in Richtung Altona, fuhr ĂŒber die Reeperbahn, sah das Schild “noch 3 km” – und gab noch einmal Gas – soweit es mit diesen Muskeln möglich war. In der Kaiser-Wilhem-Straße trafen wir dann auf die Finisher der 100km-Strecke. Dadurch wurde die Straße enger, an wirklich schnelles Fahren war kaum noch zu denken. Der letzte Kilometer, jetzt hieß es nur noch durchhalten. Die Zuschauer standen dicht an dicht, machten einen RiesenlĂ€rm – so wurde man förmlich ins Ziel getragen. Ob da jemand stand, den ich kannte? Ich sah Niemanden. War einfach nur glĂŒcklich. Riss die Arme hoch. Kurz nur, ich wollte jetzt nicht stĂŒrzen.

Also wieder an den Lenker, zum Jubeln musste der rechte Arm reichen.

© Britta MĂŒnster / BikeBlogBerlin

Die Ziellinie. Dann ausrollen. Transponder abgeben. Nicht umfallen – einfacher gesagt als getan. Meine Beine zitterten.

Hinter der Transponderabgabe stand Harry. Er war natĂŒrlich schon etwas lĂ€nger da, ca. 1 1/2 Minuten vor mir kam er ins Ziel.  Wir holten unsere Taschen, GetrĂ€nke, Bananen. Ich erreichte langsam wieder so etwas wie einen Normalzustand. Telefon: Britta und Nicole waren auch gut ins Ziel gekommen. Toll!

Wir trafen uns am Stand, erzĂ€hlten uns unsere “Abenteuer” – obwohl die meisten die kĂŒrzeren Strecken gefahren waren war die Menge der Erlebnisse und EindrĂŒcke durchaus vergleichbar. Dann die Info aus dem Internet: Harry und ich hatten die 40 km/h-Marke geknackt! Wir haben die Hansestadt gerockt!

v.l.n.r.: Britta, Nicole, Ralph © BikeBlogBerlin

Was aber wichtiger war: Alle waren ohne grĂ¶ĂŸere Blessuren ins Ziel gekommen, nur Jörg hatte einen (zum GlĂŒck leichten) Unfall, der ihn nicht am Weiterfahren hinderte.

 

Die Teamergebnisse im Überblick (nach Zieleinlauf sortiert):

Platz Pl.AK Name Ankunft Fahrzeit km/h ∅ Wertung
21 6 » Bodewig, Kurt 09:38:42 01:54:42 29.82 55 km VIP
697 225 » Strobel, Nicole 10:26:45 01:54:28 29.88 55 km
818 317 » MĂŒnster, Britta 10:29:16 01:56:58 29.24 55 km
1459 23 » Schlepphorst, Werner 10:37:33 02:41:14 38.18 100 km
1935 880 » Hartmann, Thomas 10:40:13 02:43:54 37.56 100 km
3016 1371 » Fuhrmann, Andreas 10:45:22 02:49:05 36.41 100 km
DSQ DSQ » Wittmann, Ralph 10:55:29 DSQ 34.26 100 km
18 9 » Cheung, Po Keung 11:07:30 03:15:23 31.51 100 km VIP
7126 1203 » Obeloer, Frank 11:07:30 03:11:12 32.20 100 km
2 1 » Schulz, Andrea 11:07:30 03:15:23 31.51 100 km VIP
254 115 » Demant, Harald 11:49:47 03:54:00 40.31 155 km
322 139 » Stenzel, Andreas 11:51:25 03:55:39 40.03 155 km
8 5 » Schröder, Thorsten 11:53:09 04:04:07 38.64 155 km VIP
1028 332 » Wittmann, Jörg 12:09:57 04:14:12 37.11 155 km

Ralph wurde wegen der unsinnigen Regelung, dass man als gemeldeter “155er” nicht nach 100 km ins Ziel fahren darf, disqualifiziert.

Ein tolles Rennwochenende liegt hinter uns. Die Fotos werden nach und nach gesichtet, bearbeitet und ausgetauscht. Die NormalitĂ€t hat uns wieder. Aber diese Erfahrung ist – und bleibt – im Kopf!

P.S.: 1. möglicherweise habe ich einige Ereignisse chronologisch nicht ganz exakt wiedergegeben. Die Konzentration auf das Fahren hat viele andere EindrĂŒcke verdrĂ€ngt. 2. weitere Fotos des Teams und der Cyclassics auf den Fotoseiten in BikeBlogBerlin

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Wir spenden Leben bei den Cyclassics 2011

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 17. August 2011

Der Countdown lÀuft! Am kommenden Sonntag (21.08.2011) startet das Team Wir spenden Leben bei den Vattenfall Cyclassics in Hamburg mit insgesamt 15 Fahrern. Wieder wird das Team von Prominenten verstÀrkt:

 

© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

© Andreas Stenzel / BikeBlogBerlin

 

Hier die Startaufstellung des Teams:

55 km:

  • Kurt Bodewig
  • Britta MĂŒnster
  • Nicole Strobel

 

100 km:

  • Po Keung Cheung
  • Andreas Fuhrmann
  • Thomas Hartmann
  • Frank Obeloer
  • Werner Schlepphorst
  • Andrea Schulz
  • Ingo Zamperoni

 

155 km:

  • Harald Demant
  • Thorsten Schröder
  • Andreas Stenzel
  • Jörg Wittmann
  • Ralph Wittmann

 

Mehr Informationen ĂŒber Wir spenden Leben gibt es auf der WsL-Website.

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Mein VĂ€tternrunden-Tagebuch: Geschafft!

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 25. Juni 2011

Um es vorwegzunehmen: Die VĂ€tternrunde war ein Erlebnis, an das ich noch lange gerne zurĂŒckdenken werde.

Motala

Nach einer etwas missglĂŒckten Anreise (wir hatten die Karte vergessen) erreichten wir Motala etwas spĂ€ter als geplant. Dadurch konnten wir Georg, Erik und Christoph leider nicht mehr treffen. Sie waren bereits auf dem Weg zurĂŒck zu ihrem Hotel in Ödeshög.

Uns erwartete eine entspannte Stadt, die sich vollstĂ€ndig auf den Radsport eingestellt hatte. In vielen Schaufenstern sah man FahrrĂ€der oder Dekorationen, die auf das Radfahren Bezug nahmen. Überall wiesen Schilder auf die Veranstaltung hin, ParkplĂ€tze waren fĂŒr die Besucher ausgewiesen, die zu Zehntausenden erwartet wurden. Die Stimmung im Start- und Zielbereich war noch entspannt, bis zum Start sollten noch einige Stunden vergehen. Zeit genug fĂŒr uns, die Akkreditierung vorzunehmen, etwas Essen zu gehen und das Areal zu erkunden. Wie zu erwarten setzte dann der Regen ein.

Schlaf und Vorbereitung

Gegen 18 Uhr war es fĂŒr mich an der Zeit, ins Bett zu gehen. Allerdings darf man das Wort “Bett” nicht zu wörtlich nehmen.

Kuscheln mit dem Bike

 

Nach knapp drei Stunden erholsamer Ruhe wurde ich von Britta, der Sonne und zwei spielenden Kindern geweckt. Britta und die Sonne hĂ€tten mir ja gereicht. Jetzt galt es, mich fĂŒr den großen Moment vorzubereiten. Ein letzter Blick auf den Wetterbericht: perfekt, es war wie angekĂŒndigt kein Regen mehr zu erwarten. Es sollte aber kalt werden, das hatte ich einkalkuliert. Also “lang/lang”: warme Jacke und lange Hosen, NeoprenĂŒberschuhe und Fingerhandschuhe. FĂŒr den kommenden Morgen und die steigenden Temperaturen hatte ich vorgesorgt: ĂŒberflĂŒssige Kleidung sollte man an den Depots unterwegs abgeben können.

Start

Rechtzeitig vor dem Startsignal standen wir im Startbereich. 300 km lagen vor mir. Anders als bei anderen Veranstaltungen war ich recht entspannt. Bis zu dem Moment, an dem Britta mich nach meinem Transponder (der Chip, den man fĂŒr die Zeitmessung am Körper trĂ€gt) fragte. Ein Griff in die Jackentasche: nicht da. Verd….t! ZurĂŒck zum Auto – mit dem Rennrad war das ja kein Problem. Dort lag er auch nicht. Aber natĂŒrlich fand er sich in der anderen Jackentasche an. Sprint zurĂŒck zum Start (macht man den nicht erst im Ziel?). 2 Minuten vor dem Signal!

Kurze Orientierung: an wen konnte ich mich halten? Ich kannte natĂŒrlich Niemanden. 22:42 Uhr: das Signal. 60 Radfahrer setzten sich in Bewegung. Direkt neben mir einer der “Veteranen”: Tommy Edvinsson, er nahm jetzt schon zum 30ten mal teil! Von MotorrĂ€dern eskortiert ging es durch die Menge applaudierender Zuschauer.

Dann war die Strecke frei: das Rennen konnte beginnen.

Startnr 5817

 

On the Road again

Schnell wurde klar, dass die Mehrzahl der Teilnehmer das Motto der Veranstaltung ernst nahm:

“Die VÄTTERNRUNDAN ist die grĂ¶ĂŸte Amateurfahrradtour der Welt.”
[via]

Folglich bewegten wir uns mit max. 25 km/h aus der Stadt heraus. FĂŒr meinen Geschmack  zu langsam, so dass ich mich dazu entschloss, das Tempo zu forcieren. Bald hatte ich einige “Verfolger”, so dass ich nach einigen Kilometern die FĂŒhrungsarbeit abgeben konnte. Die Gruppe, die sich durch meinen Vorstoß gebildet hatte, bestand vorwiegend aus einem schwedischen Radsportclub und einigen einzelnen Fahrern. Leider war der Radsportclub kein eingespieltes Team: weder wurden Handzeichen gegeben noch gab es eine einheitliche Geschwindigkeit. Nach und nach “verloren” wir dann auch die langsameren Fahrer, allerdings gesellten sich uns einige weitere Fahrer hinzu. Dennoch blieb die Gruppe inhomogen. Es lief nicht rund, unsere Reisegeschwindigkeit wechselte weiterhin je nach fĂŒhrendem Fahrer. Irgendwoher kamen zwei Ungarn, von denen sich nur einer an der FĂŒhrungsarbeit beteiligte. Sein Kompagnon entschuldigte sich spĂ€ter bei mir, dass das Tempo fĂŒr ihn eigentlich zu hoch sei.

Inzwischen war aus der DĂ€mmerung, in der wir gestartet waren, Nacht geworden. Ein endloses Band roter FahrradrĂŒcklichter lag vor uns. Das erste “DepĂ„t” hatten wir ausgelassen, das zweite nach 80 km steuerten wir jedoch um 1 Uhr morgens an. Es gab Bananen, “sportdryck”, “blĂ„bĂ€rsoppa”, Wasser, etwas gesĂŒĂŸte Brötchen (“bulle”) und saure Gurken! Eine interessante Kombination, die ich nicht gĂ€nzlich auskosten wollte.

Am Ende der Rast konnte ich leider nur noch die beiden Ungarn ausfindig machen, so dass wir uns als Dreiergruppe auf den weiteren Weg machten. Da nur zwei von uns fĂŒhrten war dies leider weniger effizient. 220 km. Bald dann die erste Panne: bei einem der Ungarn sprang die Kette an einem HĂŒgel ab. Da er dies nicht gleich in den Griff bekam, schickten mich die beiden allein weiter. UnglĂŒcklicherweise hatte ich zuvor meine Lampe verstellt, um ihm Licht fĂŒr die Reparatur zu geben – kurz darauf verabschiedete sie sich mit einem Wackelkontakt. Die Not-Reparatur gelang – mithilfe zweier Kabelbinder. Zumindest hatte ich dadurch Licht bis zum Morgengrauen. Genug, um weiterfahren zu können. Als die Lampe gegen 3:30 Uhr dann endgĂŒltig ausging, war es schon hell genug, um auch ohne Scheinwerfer fahren zu können. Die Fahrt in die MorgendĂ€mmerung und den Sonnenaufgang hinein erzeugte ein unbeschreibliches GefĂŒhl in mir. Die KĂ€lte der Nacht ließ langsam nach.

Wie ich es schon vom Velothon kannte: ich ĂŒberholte viele Mitfahrer, wurde selber aber nicht eingeholt. Keine Chance also, sich einer schnellen Gruppe anzuschließen. Inzwischen war ich einige Zeit lang allein unterwegs gewesen, bis ich eine Gruppe einholte, die ein einigermaßen ordentliches Tempo fuhr. Um nicht stĂ€ndig allein fahren zu mĂŒssen schloss ich mich diesen Fahrern an. Wie sich spĂ€ter herausstellte eine schwedische Trainingsgruppe. Leider zeigte sich auch hier, dass viele Freizeitfahrer unterwegs waren: die Gruppe fuhr nur schnell, wenn bestimmte Gruppenmitglieder, mich eingeschlossen, die FĂŒhrung ĂŒbernahmen. Dennoch blieb ich dabei. Nach der Rast bei km 177 in Hjo kurz vor 5 Uhr morgens, wo es das “Mittagessen” gab (Lasagne, Cornflakes etc.), fuhr ich gemeinsam mit meinen schwedischen Mitstreitern los. 123 km noch. Ob es am reichhaltigen Essen lag oder an der MĂŒdigkeit meiner Mitfahrer kann ich nicht sagen, auf jeden Fall kamen wir nach dieser Pause in den ersten Minuten nicht ĂŒber 28 km/h hinaus. Als wir von einer schnelleren Gruppe ĂŒberholt wurden, war fĂŒr mich die Episode mit “meinen” Schweden vorbei. Mit der schnelleren Gruppe ging es in den Morgen hinaus. WĂ€hrenddessen gingen Georg, Erik und Christoph an den Start (Georgs Bericht kann man natĂŒrlich in seinem Blog nachlesen).

Nach einiger Zeit konnte ich heraushören, dass ein Teil dieser Gruppe Deutsche waren. Obwohl auch diese Gruppe nicht wirklich gut harmonierte, blieb ich mit dem harten Kern von ihnen (drei Fahrer) kurz vor dem Ziel zusammen.

Im Ziel

Die letzten 40 km lagen vor uns. Wie ich von der Herfahrt und aus Berichten vergangener VĂ€tternrunden wusste, das anstrengendste TeilstĂŒck, da hier viele Anstiege zu bewĂ€ltigen waren – mit 260 km in den Beinen. Entsprechend respektvoll begannen wir diese Etappe. Überschuhe, Handschuhe und Jacke hatte ich abgegeben. Es war fast schon warm.

Wir verabredeten, ruhig zu fahren. Ganz schafften wir es natĂŒrlich nicht. Die HĂŒgel auf dem Weg nach Motala schmerzten dann auch tatsĂ€chlich.

Noch ca. 15 km. Wir fuhren weiterhin an anderen Gruppen und Fahrern vorbei, ohne dass uns schnellere Gruppen einholten. Als wir eine große Gruppe erreichten, hörte ich einen meiner deutschen Mitfahrer sagen “eigentlich können wir hier auch mitrollen”. Das war aber nicht mein Ziel. Ich wollte meinen Schnitt halten, der bedenklich in Richtung 30 km/h (Pausen nicht mitgerechnet) zusammengeschmolzen war. Nach den ersten 80 km hatte ich schließlich fast 33 km/h auf dem Tacho.

Also wieder ein Abschied ohne Worte – ich behielt einfach das Tempo bei und legte spĂ€ter noch etwas zu. Kurz vor Motala wurde ich dann doch noch von einer Gruppe eingeholt. Ideal, um meinen Schnitt zu halten. Mit 35 – 40 km/h ging es in Richtung Ziel. Einer aus der Gruppe fuhr uns davon, die anderen drosselten ihr Tempo. Also kein “Fotofinish”. Schade. Ich folgte dem Vorausfahrenden, nahm die letzte Kurve fast zu schnell, so dass ich mit fast 50 km/h auf das Ziel zusteuerte. Ein unglaubliches GefĂŒhl! Im Ziel nur noch die Arme hochreißen – ich hatte MEINE VĂ€tternrundan geschafft!

Geschafft! (nicht zu lesen: Schriftzug "Ich spende Leben - www.wir-spenden-leben.de")

 

Mein Fazit?

- 3.000 km Vorbereitung hatten sich gelohnt.
- Das neue Bike tat, was es sollte.
- Der Carbon-Testsattel von A:xus erwies sich als GlĂŒcksgriff. Auf den ersten Testkilometern in Schweden war ich noch unsicher, ob ich es mit dem neuen Sattel wagen sollte. Ich tat es, und war sehr zufrieden. Die ĂŒblichen Sitzbeschwerden blieben aus. Der einzige Wermutstropfen: die etwas harte Sattelkante drĂŒckte am Ende der 300 km an meinen doch eher breiten Oberschenkeln. Dies wirkte sich aber nur negativ aus, wenn ich hinten auf dem Sattel saß. Da ich in der Regel etwas nach vorne rutsche, war dies zu vernachlĂ€ssigen.
- Die Kleidung hatte ich richtig ausgewĂ€hlt, warm genug fĂŒr die KĂ€lte der Nacht und mit der Möglichkeit, diese teilweise abzulegen um im warmen Morgen ins Ziel zu fahren.
- Verpflegung: ich hatte zu viel mitgenommen. Eigene Verpflegung ist eigentlich nur zwischendurch nötig – ein paar Energiesnacks hĂ€tten völlig ausgereicht. Auch reichen zwei GetrĂ€nkeflaschen. Mehr ist nur nötig, wenn man auf einige der zahlreichen Stopps verzichten möchte. Die Verpflegung vom Veranstalter ist insgesamt vielfĂ€ltig und ausreichend, wenn ich auch wegen ĂŒberschwĂ€nglicher Berichte ĂŒber vergangene Runden (geschmacklich) mehr erwartet hatte.
- Die Veranstaltung ist rundum professionell. Wenn tatsĂ€chlich 2012 die VĂ€tternrunde ohne Autoverkehr durchgefĂŒhrt werden kann wĂ€re dies das noch fehlende i-TĂŒpfelchen!

Wirklich geschafft!

 

Vielen Dank an Britta fĂŒr das hervorragende Coaching, das Erinnern an den Transponder und die tollen Fotos!

Wird es eine Fortsetzung geben? Wir werden sehen …

Der Originalartikel ist unter diesem Link nachzulesen.

Alle Bilder: © Britta MĂŒnster / BikeBloggerBerlin

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VĂ€tternrundan 17-18 juni 2011

von bikeblogger, Kategorie Jedermann-Rennen am 23. September 2010

Die VĂ€tternrunde – oder auf schwedisch: VĂ€tternrundan – gehört zu den Klassikern der Langstrecken-Radsportveranstaltungen und ist laut Veranstalter “die grĂ¶ĂŸte Volksradtour der Welt fĂŒr Radsportler”. 300 km um einen der grĂ¶ĂŸten schwedischen Seen (und gleichzeitig dem sechstgrĂ¶ĂŸten See Europas), dem VĂ€tter, herum. Gestartet wird vom Abend bis zum Morgen.

Nachdem am 01.09.2010 die Anmeldung freigeschaltet wurde haben sich bereits 10.000 Radsportler angemeldet, 22.000 werden fĂŒr die große Runde zugelassen. Zu  allen Veranstaltungen der VĂ€tternrunde (TjejvĂ€ttern – 100 km nur fĂŒr Frauen, HalvvĂ€ttern – 150 km und MinivĂ€ttern fĂŒr Kinder) werden ca. 32.000 Radsportler aus aller Welt erwartet.

Nach dem Start am Abend, in der Nacht oder am Morgen erwarten die Teilnehmer 300 km durch eine herrliche Landschaft in Mittelschweden.

Teilnehmen werden auch nĂ€chstes Jahr wieder einige “Pioniere” – Veteranen, die alle 44 VĂ€tternrunden seit 1966 absolviert haben. Wer gemeinsam mit diesen Veteranen bei der VĂ€tternrunde teilnehmen möchte sollte sich schnell entscheiden: erfahrungsgemĂ€ĂŸ sind die StartplĂ€tze in kurzer Zeit ausgebucht.

Anmelden kann man sich auf der Website www.vatternrundan.se, die Infos und Anmeldeformular in schwedisch, englisch und deutsch bereithÀlt.

Wichtig: die AnmeldegebĂŒhr kann nur ĂŒber Kreditkarte oder ein schwedisches Konto ĂŒberwiesen werden.

Vi ses? I Sverige 2011!

(Wir sehen uns? In Schweden 2011!)

© alle Fotos: Micke Fransson/VÀtternrundan (Pressefotos)

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Meine ersten Vattenfall Cyclassics!

von Caveman1983, Kategorie Allgemein, Jedermann-Rennen am 10. September 2010

Mein Schwiegervater konnte leider nicht teilnehmen da er sich bei einer Trainingsfahrt 4 Tage vor den Cyclassics das SchlĂŒsselbein gebrochen hat und so musste er die Übertragung des ProfiRennens vom Krankenhausbett ertragen. Ich glaube, ihm tat es ganz schön weh, nicht mitfahren zu können, mal abgesehen von seinem SchlĂŒsselbeinbruch, der mit Sicherheit auch ziemlich wehtut.

Bei der Anmeldung war noch alles gut!

Tom und Andi (2 Kumpels) waren wieder mit dabei, allerdings starteten die beiden einen Block vor mir (Q), ich selbst war in “R”. FĂŒr die Cyclassics hatten wir auch gesagt, dass jeder fĂŒr sich fĂ€hrt und ordentlich Gas gibt. Man trainiert das Ganze Jahr eigentlich nur fĂŒr dieses Ereignis.

Wenn man dann mit jemanden zusammen fĂ€hrt hat man doch immer 2 verschiedene GefĂŒhle:

1. Ich könnte ja viel schneller

2. Ich halte den/die Anderen nur auf.

Startzeit fĂŒr mich war ca. 9:10 Uhr. Da sind vor uns aber schon etliche auf die Strecke gegangen. In den letzten Beiden Blöcken waren aber immerhin noch 2.000 Fahrer. Das ist schon nen mulmiges GefĂŒhl, wenn man mit 1.000 Mann zusammen losfĂ€hrt. In Hannover waren es ja insgesamt nur 1.600…

Vor'm Start war ich ganz schön aufgeregt!

Wie dem auch sei, konnte ich schon vom Start weg Boden gutmachen. Ich wollte das Ganze erstmal ruhig angehen lassen und habe mir eine Zielzeit von 3:30 Stunden gesetzt.

Als es dann endlich auf freier Strecke zur Sache ging, fuhren wir wieder ein Tempo jenseits von Gut und Böse: 40-45km/h. Da wird einem schon anders, wenn man hinter den anderen Fahrer klebt. Der SuperStrecke entlang kam ich nach ca. ner halben Stunde nach Harburg.

Da ich dort ja jede Kurve kannte, ist es ein Adrenalin-ausschĂŒttendes Mega-GefĂŒhl. Man tritt dann gleich nochmal mehr in die Pedale. Bei uns vor der HaustĂŒr warteten die Paparazzi Anja (meine liebe Frau) und Birgit (meine Schwiegermutter), die mich brav fotografiert haben. Anschließend ging es ins Harburger Umland auf meine Strecke, wo ich jeden HĂŒgel und jedes Schlagloch kannte, denn die Strecke fahr ich gerne als Training und fĂŒr die Cyclassics guckt man sich die Beschaffenheit der Straße nochmal ganz genau an.

Das QuerstĂŒck kurz vor Buchholz fuhr sich nicht so schön, weil da noch ziemlich viele WinterschĂ€den waren. In Buchholz selber war dann auch die Verpflegungsstation, aber das Wetter war nicht heiß sondern angenehme 20Grad und bewölkt, von daher war eine meiner Flaschen noch voll und in der zweiten war noch genug drin und so bin ich dann durchgefahren. Kurz dahinter sprach mich dann nen Leidensgenosse an und meinte, dass wir jetzt ja das Schlimmste hinter uns haben. Da musste ich ihn erstmal enttĂ€uschen, denn die Harburger Berge kamen noch und zu guter Letzt die KöhlbrandbrĂŒcke. Letzterer war fies zu fahren, da in einiger Entfernung immer wieder die beiden TrĂ€gerpfeiler zu sehen waren. Du fĂ€rhst dann weiter und siehst nur die Straße und etwas Wald und zwischen durch gucken immer diese dĂ€mlichen Pfeiler aus den BĂ€umen hervor. Und dann kam der Aufstieg. War sehr schön zu fahren, aber verdammt anstrengend. Bei einigen Fahrern fiel da unterwegs die Technik aus und der ein oder andere musste hochschieben, weil es nicht mehr ging. Einer hat es auch ziemlich ĂŒbertrieben, denn oben angekommen, hat er sich ĂŒber’s GelĂ€nde ĂŒbergeben. An der BrĂŒcke selber waren auch irgendwelche Umweltaktivisten, die in den Seilen rumkletterten. Deswegen gibt es auch keine Fotos von dort. Die Polizei hatte alles abgesperrt.

Die Fahrt ging weiter. In den Harburger Bergen bin ich mit 60 km/h runtergeballert und bei der KöhlbrandbrĂŒcke reichte es leider nur fĂŒr 50 km/h… Die Anstiege waren vorbei, ab jetzt ging es nur eben gerade aus. Es reicht dann aber auch. So langsam schliefen mir immer mal wieder die Finger ein, die FĂŒĂŸe wollten auch nicht mehr so richtig und die Beine … ja die Beine waren leer. Das alles ist aber vergessen, wenn man am Hauptbahnhof vorbei, den Ballindamm und Jungfernstieg entlang, ĂŒber dem GĂ€nsemarkt und Rathaus wieder auf die Mönckebergstraße durchs Ziel fĂ€hrt. Die Zuschauer rundherum feuern Dich tierisch an und Du kriegst nen Adrenalinkick und trittst nochmal richtig rein. Da vergisst Du, alles was irgendwie wehtut und schmerzt und ballerst mit dem Fahrrad mit weiteren 30 – 40 Mann ĂŒber die Straßen mit 45 Sachen und nen Puls, der irgendwo bei 180 liegt! WAHNSINN!!!

Kurz vor dem Ziel standen dann auch wieder Anja und Birgit, die ich nicht gesehen habe, aber meine Eltern, habe ich entdeckt. Die standen kanpp vor dem heiß ersehnten Zielbogen und schwangen die Rasseln und ich war endlich durch mit allem. Und meine Zeit? Tja, das Ziel von 3:30 Std habe ich völlig verfehlt. Ich habe eine Zeit von 3:00:37 rausgefahren.

Die Zieleinfahrt!

Der Oberhammer!

Die Termine fĂŒr nĂ€chstes Jahr stehen auch schon. Da gehts in Berlin, Hannover und natĂŒrlich wieder in Hamburg zu Sache!!!

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3-PÀssefahrt durchs AllgÀu und Tirol

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 22. August 2010

Mit PĂ€ssen ist das AllgĂ€u nicht sehr reichlich gesegnet. Neben dem Riedbergpass (1.407m), der höchsten Passstrasse Deutschlands, ist nur noch der Oberjochpass (1.178m) erwĂ€hnenswert. Dessen angeblich 106 Kurven ging es heute morgen hoch und weiter durchs Tannheimer Tal zum Gaichtpass (1.093m). Die Passabfahrt nach Weißenbach wĂ€re super schön und schnell zu fahren, im oberen Teil ungebremst mit sanften Kurven an der Felswand entlang und im unteren Teil auf neu asphaltierter Strasse mit drei weiten Kehren. Tja wĂ€re, wenn mich nicht ein dĂ€nischer Sommerfrischler mit seinem Kleinwagen ausgebremst hĂ€tte…

Bremser am Gaichtpass

Von Weißenbach ging es auf der kaum befahrenen Nebenstrasse östlich des Lechs nach Reutte/Tirol. Dort fand ich endlich das schattige, asphaltierte Weglein auf der Westseite des Lechs ĂŒber Hinterbichl nach Oberletzen, zum Teil fĂŒr den motorisierten Verkehr gesperrt und die ideale Alternative zur staugefĂ€hrdeten Ortsdurchfahrt von Reutte und der Hauptstrasse Richtung Vils.
In Pflach begann die Auffahrt zum Kniepass, dem 3. Pass heute, wobei diese Bezeichnung maßlos ĂŒbertrieben ist, da es sich nur um einen wenige hundert Meter langen Anstieg neben der Fernpass-Bundesstrasse handelt. Ein Passschild gibt es nicht, aber die Via Claudia Augusta soll darĂŒber gefĂŒhrt haben.

Hopfensee

Nachdem ich mich durch die Blechlawinen der KönigschlössersĂŒchtigen in FĂŒssen durchgestottert hatte, rollte ich am Hopfensee und den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg vorbei ĂŒber Nesselwang, Oy und Bodelsberg zurĂŒck nach Hause (Video im eigenen Blog).  4:53h 142km 1.514hm Sportics.net AktivitĂ€t

bbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im AllgĂ€u

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Durchs Rohrmoos Tal nach Vorarlberg

von bbbaschtl, Kategorie Training und Fitness am 12. August 2010

Kurzfristig kehrte vergangenen Montag der Sommer zurĂŒck ins AllgĂ€u und so gab es endlich  mal wieder Gelegenheit fĂŒr eine lĂ€ngere Rennradrunde. Über die alte B19 ging es nach Immenstadt und auf Nebenstraßen ĂŒber Blaichach, HĂŒttenberg, Ofterschwang und Bolsterlang unterhalb der Hörnerkette bis Obermaiselstein. Kurz nach der Ortsdurchfahrt fĂŒhrt die Strasse durch den sogenannten Hirschsprung, eine kleine aber  imposante Schlucht, die der Sage nach ein Hirsch auf der Flucht vor einem Luchs ĂŒbersprungen haben soll. Naja, wers glaubt. Zumindest zeigt das Wappen von Obermaiselstein eine springenden Hirsch.

Hirschsprung

Vom Hirschsprung fĂŒhrt ĂŒbrigens ein Fußweg zur Sturmannshöhle, der einzigen begehbaren Höhle im AllgĂ€u. Ca. 1km nach dem Hirschsprung zweigt in Tiefenbach die Strasse durchs Rohrmoos Tal ab, einer Ost-West-Verbindung von Oberstdorf nach Österreich sĂŒdlich des Riedbergpasses. Bis Rohrmoos selbst gegen Maut fĂŒr Kraftfahrzeuge befahrbar fĂŒhrt sie danach als Privatstrasse autofrei und nur von Radfahrern und Wanderern genutzt ĂŒber den kaum spĂŒrbaren Rohrmoossattel (1070m) und die österreichische Grenze nach Vorarlberg. Bei meiner letzten Befahrung vor 2 Jahren gab es vor SibratsgfĂ€ll noch ein kurzes StĂŒck Naturstrasse aber mittlerweile ist das Weglein durchgehend bestens asphaltiert.

Vor Rohrmoos

Nach SibratsgfĂ€ll steigt die Strasse nochmal mĂ€ĂŸig steil an und mĂŒndet nach einer flotten Abfahrt in die Westauffahrt zum Riedbergpass. Ich fuhr in die andere Richtung nach Hittisau und ĂŒber Krumbach, Doren hinauf ins österreichische Sulzberg mit einer sehenswerten Panorama-Terrasse. Von dort ging es ĂŒber Oberreute, GrĂŒnenbach am Eistobel vorbei  nach Nellenbruck und ĂŒber Wengen, Buchenberg zurĂŒck nach Hause. Bei Rutzhofen kam mir ein grauhaariger Senior entgegen, der sich serpentinenfahrend den Berg hochquĂ€lte und fragte, wie weit es noch nach Oberstaufen ist. Meine (gut geschĂ€tzte) Antwort “10 bis 15km aber da gehts immer bergauf  und bergab” nahm er wortlos zur Kenntnis und ich hoffe, dass er noch gut angekommen ist…  4:42h 130km 1.898hm Sportics.net AktivitĂ€t

bbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im AllgĂ€u

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