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Alt 31.12.2009, 11:00   #1 (permalink)
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Beiträge: 2
Standard Anfängerfrage

Hallo zusammen,

schlage mich schon länger mit der Überlegung herum im nächsten Jahr mit dem Radsport anzufangen (Entscheidung ist auf Ja gefallen)


Nun war ich in einem Radgeschäft, habe dem Verkäufer erklärt was ich mir so vorstelle:

Rennrad, als reines Sportgerät
eher flache Strecken als Berge
ca. 1-3mal die Woche, ca. 1-2 Std
soll für die körperlichen Fitness sein und nicht für den Leistungssport
Preis bis ca. 1.500 €


Er stellte mir dann das Bianchi ViaNirone7Alu Shimano Ultegra Mix Compact vor.
Weitere Eckdaten kann ich noch aus dem Katalog raussuchen.

Kann mir jemand dazu was allgemeines sagen? Passt da Preis und Leistung? Sind die Komponenten für meine Ansprüch OK?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Hannes78 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2009, 13:46   #2 (permalink)
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Registriert seit: 06.01.2009
Beiträge: 28
Standard

Hallo und willkommen,

das Bianci macht schon mal optisch was her. Dafür, dass du erst mal reinschnupern willst, geht die Ausstattung in Ordnung.

Nun hast du aber geschrieben, dass du es als Trainingsgerät nutzen willst und häufiger fahren möchstest. Ob dein Training irgendwann ansatzweise in Leistungssport ausartet, kann wohl jetzt noch keiner beurteilen, aber du wirst auf jedenfall deine Leistung um einiges steigern.
Aus subjektiver Sicht würde ich dir von dem Rad abraten. In der Preisklasse von max 1500 EUR sollte man von Karbonteilen absehen (außer der Gabel), weil es sonst zu lasten der Ausstattung geht. Bei einem reinen Alu-Rahmen ist in dieser Preisklasse die Ausstattung entsprechend höher. Ob der Aluminium-Karbon-Verbund des Rahmens in einer ordentlichen Qualität ist, möchte ich jetzt mal leicht bezweifeln.

Weil dein zukünftiges Rad ein Gebrauchsgegenstand ist, der oft gefordert wird, muss es auch einiges wegstecken können. Je höher die einzelnen Komponenten angesiedelt sind, desto komfortabler gestaltet sich der Sport für den Fahrer.

Was die Schaltkomponenten angeht, da kann ich dir nur Shimano was sagen. Campa und Sram bin ich noch nie gefahren. Hier werden dir andere Leute zu etwas raten können.

Bei Shimano gibt es mehrere Gruppen, die nach ihrer Qualität, dem Gewicht und dem Preis unterschieden werden. Niedere Gruppen wie Tiagra und Sora empfehle ich dir für ein Trainingsrad nicht. Sie sind von niederer Qualität. Die Gruppen 105 und Ultegra kommen in deiner Preisklasse bis 1500 EUR infrage. Dabei ist die Ultegra die höherwertigere von beiden. Achte, wenn möglich, bei dem Kauf darauf, dass du möglichst die Ultegra komplett, also nicht im Mix mit der 105 verbaut hast. Das wäre optimal. Die Ultegra schaltet sich besser, obwohl die 105 qualitativ der Ultegra kaum in etwas nachstehen dürfte. Die Gruppe Dura-Ace liegt außer Konkurrenz.

Bei den Schaltungen gibt es aber auch innerhalb einer Gruppe Unterschiede. Es sind 2-fach-, Compact- und 3-fach-Schaltungen vertreten. Eine 3-fach-Schaltung fällt bei dir heraus, weil sie für die Berge genutzt wird. Die 2-fach-Schaltung hat zwei Kettenblätter, die größer ausfallen, als bei der kompakten Version. Mit ihr kannst du höhere Endgeschwindigkeiten auf der Ebene erreichen. Schwierig wird es, wenn du in hügeliges Gebiet kommst. Die Compact-Schaltung ist der Kopromiss aus der 3-fachen und der klassischen 2-fachen Variante. Diese fahre ich auch und bin damit zufrieden.

Das mal so als kleiner Überblick zu den groben Merkmalen.


Nun zu deiner Fahrradwahl. Ich weiß nicht, inwiefern du dich schon einmal mit Rennradherstellern beschäftigt hast, aber ich empfehle dir, im Test-Center von Roadbike einige Testberichte von Rennrädern bis 1500 EUR zu lesen. Da kannst du Stärken und Schwächen vergleichen.
Gehe auch auf die Seiten der Hersteller und sieh dir die Räder mal an.
Ich selber fahre ein Cube Agree 2009 und bin damit sehr zufrieden. Dazu habe ich auch schon mal was geschrieben. Kannst du hier lesen. Die angesprochenen Räder Streamer und Peloton kosten ca. 1399 EUR bzw. 999 EUR (so als Orientierung).

Schau auch einfach mal bei Canyon (von Preis-Leistung her kaum zu schlagen) oder Bergamont (bis Dolce 6.0) rein.

So, das was jetzt zwar ein wenig viel, aber hoffentlich etwas hilfreich.

Ich wünsche dir einen guten Rutsch und viel Erfolg bei deiner Fahrradwahl.

Gruß Ares
Ares47 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2009, 18:53   #3 (permalink)
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Registriert seit: 16.07.2009
Ort: Jena
Beiträge: 29
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Hallo,

bist Du überhaupt schon mal mit einem Rennrad gefahren? Und weiter: Hast Du mit diesem Bianchi schon mal eine Runde >10km gedreht?

Bei mir ist die Entscheidung zum Radsport im Laufe der letzten zwei Jahre gefallen. Da habe ich mir erstmal ein 0-8-15-Fahrrad gekauft, nicht wissend, ob ich drei Monate später noch Bock aufs Fahrradfahren haben werde.

Ich hatte und ich wußte einige Zeit später auch die Richtung, in die es gehen würde. Bei mir wegen meiner Strecken und meinem Gewicht in Richtung Cyclocross, mit dem ich aber an Straßenrennen teilnehmen werde. Vor einem knappen Monat wurde es dann akut, Geld war zusammen, Probefahrt mit einem CC mit 105er Ausstattung, dann die Fahrt gleicher Rahmen mit Ultegra und besseren Rädern: Welten!!!

Ich glaube, daß der Katalog oder die Meinung einiger Fahrer Dir nicht wirklich viel helfen können, dreh ein paar Proberunden und laß dann Deinen Arsch und Deinen Rücken entscheiden.

Jan
Arthur007Engel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2010, 20:38   #4 (permalink)
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Registriert seit: 06.01.2009
Beiträge: 28
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Zitat:
Zitat von Arthur007Engel Beitrag anzeigen
Hallo,

bist Du überhaupt schon mal mit einem Rennrad gefahren? Und weiter: Hast Du mit diesem Bianchi schon mal eine Runde >10km gedreht?
Ich denke nicht, dass er die Gelegenheit des Händlers erhalten wird, eine Probefahrt zu absolvieren, die einer ausreichenden Einschätzung genügt. Dazu gehörten vielerlei Faktoren, wie Pedalsystem und Schuhe, die auch das Fahrverhalten beeinflussen. Und das wird er, denke ich mal, kaum haben. Außerdem wird kaum ein Händler jemanden über 10 Km mit einem neuen Rad fahren lassen. Es zieht den Wert runter.

Eine kurze Probefahrt bzw. ein Probesitzen (bei diesen Wetterverhältnissen eher) ist wohl auf jedenfall zu empfehlen.

Zitat:
Zitat von Arthur007Engel Beitrag anzeigen
Ich glaube, daß der Katalog oder die Meinung einiger Fahrer Dir nicht wirklich viel helfen können, dreh ein paar Proberunden und laß dann Deinen Arsch und Deinen Rücken entscheiden.

Jan
Ob eine Meinung hilfreich ist oder nicht, liegt im Auge des Informationssuchenden.
Natürlich hat jeder Fahrer individuelle Bedürnisse und die Meinungen anderer sind somit subjektiver Natur. Aber wenn Meinungen eh keine Hilfe sein sollten, dann bräuchte man auch keine Foren wie dieses hier oder Testberichte, wo auch subjektive Meinungen der Tester mit einfließen ...

Die Posts sind auch nur richtungsweisend und sollen Ansätze liefern. Die Entscheidung wird einem letztendlich nicht abgenommen. Man muss sie selbst treffen.

Ich habe mich bereits öfter durch persönliche Eindrücke leiten lassen und bin damit gut gefahren.


Gruß Ares
Ares47 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2010, 07:48   #5 (permalink)
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Tach auch

Zitat:
Zitat von Ares47 Beitrag anzeigen
das Bianci macht schon mal optisch was her.
Weiß eigentlich jemand, warum ´n Bianchi Mintgrün sein muß?
Keine Ahnung warum, ist aber so ... Ein Marschall muß schließlich auch blau sein


Zitat:
Zitat von Ares47 Beitrag anzeigen
Dafür, dass du erst mal reinschnupern willst, geht die Ausstattung in Ordnung.
Dito. Allerdings sind die Shimanolaufräder nicht besonders seitensteif. Da würd´ ich zu Laufrädern von Mavic raten. Für den Einstieg reichen die Aksium.


Zitat:
Zitat von Ares47 Beitrag anzeigen
In der Preisklasse von max 1500 EUR sollte man von Karbonteilen absehen (außer der Gabel), weil es sonst zu lasten der Ausstattung geht.
Carbon hat in der Preisklasse keine technischen Vorteile, weder im Bezug auf ´s Gewicht noch hinsichtlich der Steifigkeit. Dafür bleibt der Nachteil der aufwändigen Verarbeitung. Zumindest aufwändiger als bei Alu. Was denn zu lasten der Ausstattung geht, wenn das Rad zu ´nem bestimmten Kurs über ´n Thresen gehn soll. Das hat Ares47 schon ganz richtig geschildert.

Carbongabeln sind ab 1.000 Euro Standart. Gegen sie gibt es nix einzuwenden. Die Verarbeitung ist standartisert und durchweg gut. Bei der Gabel hat Carbon durchaus einen Vorteil gegenüber Metall im allgemeinen: Man kann die Gabel seitensteif aber mit einem gewissen Flex im Nachlauf bauen. Das macht sie Fahrstabil aber dennoch komfortabel.
Ein brutal hartes Rahmenset (Rahmen plus Gabel) bringt zwar mehr Vortrieb auf die Straße, erhöht aber auch die Haltekräfte des Fahrers. Hat also nicht nur Vorteile ...


Zitat:
Zitat von Ares47 Beitrag anzeigen
Was die Schaltkomponenten angeht, da kann ich dir nur Shimano was sagen. Campa und Sram bin ich noch nie gefahren.
Sram und Shimano sind etwa gleichwertig, Campa ist für meine Begriffe ´ne Klasse besser. Campa als auch Sram haben ein knakiges Schaltverhalten. Daran kann man sich sehr schnell gewöhnen.
Ab der Veloce aufwärts hast Du ´ne Gruppe am Rad, mit der Du problemlos Kilometer fressen kannst. Sie entspricht in etwa der Ultegra von Shimano.


Zitat:
Zitat von Hannes78 Beitrag anzeigen
eher flache Strecken als Berge
Wie Ares47 schon ausführte gibt ´s verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten. Mit den klassischen Zweifachkurbeln, die oft 39 / 53 an der Kurbel anbieten, bist Du für den Einstieg vielleicht etwas überfortert. Die Übersetzung setzt denn schon einen gewissen Trainingsstand voraus. Gut - im flachen seh ich da jetzt kein unmittelbares Problem. Aber an längeren Steigungen kommt schnell Frust auf, wenn zwar dicke Gänge am Rad hat aber nix, um den Berg hoch zu kommen. Und wenn man denn richtig wuchten muß, explodieren einem irgendwann die Beine - des kann ´s nicht sein.
Eine Kompaktkurbel mit 30 / 48 ist sicher für Deine Bedürfnisse okay, wenn ´s denn auch in Mittelgebirge gehen soll würd´ ich Dir ´ne Dreifachkurbel nahelegen.


Gruß

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Yeti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2010, 10:31   #6 (permalink)
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Wow,

vielen Dank für die ausführlichen und schnellen Antworten.

@ares
Habe nochmal Kataloge durchgeschaut. Das Cube Agree Pro ist wirklich ne gute Alternative. Ist preislich nah dran, bietet aber mehr (komplett Ultegra-Komponenten, inner verlegte Züge...)

Der Händler hatte mir zugesagt, wenn das Wetter mal einigermaßen ist, ne Proberunde drehen zu dürfen (er sprach von ner Stunde). Machte halt auch so einen vernünftigen Eindruck. Schuhe und Pedale kann ich von meinem normalen Tourenrad nehmen.

Am Ende wird es wohl so sein, dass ich da einfach dem Händler ein bischen vertrauen muß und dann eine Entscheidung fälle. Jaja, wer die Wahl hat hat die Qual

Wünsche allen einen guten Start in das neue Jahr.
Hannes78 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2010, 21:08   #7 (permalink)
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Tach auch

Zitat:
Zitat von Hannes78 Beitrag anzeigen
Das Cube Agree Pro ist wirklich ne gute Alternative. Ist preislich nah dran, bietet aber mehr (komplett Ultegra-Komponenten, inner verlegte Züge...)
Was suchst ´n für ´ne grometrie? Vom Fahreindruck her ist das Cube neutral, die Sitzposition aber eher rennmäßig. Der Rahmen ist sehr seitensteif und protzt in soifern nicht übermäßig mit Kompfort. Zudem ist die Gabel bocksteif.
In der Geometrie hat ´s da schon ähnlichkeiten, jedoch ist das Cube meines Erachtens steifer im Rahmen.

Kompfortbetonter in der Geometrie wär´ das Scenario von Stork.


Zitat:
Zitat von Hannes78 Beitrag anzeigen
Wünsche allen einen guten Start in das neue Jahr.
Dito


Gruß

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